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Hohes Grundwasser: neues Gutachten

Hohes Grundwasser: neues Gutachten

Die Angst geht um in Angermund, dass durch das Abschalten der Brunnen in den Wasserwerken Bockum und Wittlaer der Grundwasserspiegel ansteigt. 21 Eigentümer haben bei einer Befragung der Stadt angegeben, dass die Keller ihrer Häuser jetzt bereits unter Wasser stehen. "In diesem Bereich von Angermund wird aber das Schließen der Wasserwerke keine Rolle spielen, das hohe Grundwasser ist auf eine schlechte Versickerung des Oberflächenwassers durch die Erdschichtung zurückzuführen", erklärte Umweltamtsleiter Werner Görtz im Ausschuss für Umweltschutz. Die Verwaltung werde jetzt prüfen, wie durch andere Maßnahmen – etwa bessere Regenwasserkanalisation – das Grundwasser gesenkt werden kann.

Mit dieser Ankündigung gab sich jedoch Ulrich Decker, Vorsteher des für Angermund zuständigen Stadtbezirks 5, nicht zufrieden: "Seit zehn Jahren ist das Problem bekannt, 26 Gutachten sind inzwischen erstellt worden, aber noch immer ist der Grundwasserstand hoch. Jetzt muss endlich gehandelt und kein weiteres Gutachten erstellt werden."

Seine Forderung unterstützte der Umweltausschuss allerdings nicht. "Die Probleme mit dem Grundwasser sind so komplex, dass sehr genaue Untersuchungen nötig sind, damit die richtigen Maßnahmen getroffen werden und nicht unnötig Geld ausgegeben wird", sagte CDU-Ratsherr Rüdiger Gutt und drückte die durchgängige Meinung der Fraktionen aus. Görtz stellte klar, dass in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Vorschlägen, die zusammen mit Bürger-Initiativen erarbeitet worden seien, verwirklicht wurden, beispielsweise die Abdichtung der Anger. Dadurch sei der Grundwasserstand niedriger geworden. In Zukunft sollen spezielle Hilfsmaßnahmen für die einzelnen Häuser erarbeitet werden. Wie sie aussehen, hänge auch davon ab, ob die Duisburger Stadtwerke die Brunnen wirklich abschalten. Görtz: "Duisburg hat sich noch nicht festgelegt."

(RP)