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Ukrainisch grichisch-katholische Gemeinde hilft Kiregsofpern

Kolumne Studentenleben :  Jede Hilfe wird gebraucht

Dem Krieg in der Ukraine tatenlos zuschauen wollen viele nicht. Ein neues Hilfsnetzwerk von Düsseldorfer Gemeinden organisiert nicht nur Spendentransporte, sondern hilft auch Kindern von ­­Geflüchteten.

Hallo. Vielleicht haben Sie es ja bis hierher geschafft. Politik, Wirtschaft, Sport, und jetzt die Hochschulseite der Rheinischen Post, auf der unter anderem Kolumnen und Meinungsbeiträge von Studierenden wie Dozierenden erscheinen. Weil sich jegliche akademisch-aktuellen Probleme aber in diesem Moment irgendwie irrelevant anfühlen, möchte ich die nun folgenden Zeilen der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Düsseldorf widmen. Denn noch bevor das Bild des Angriffskriegs spätestens mit den Szenen in Butscha in einen Vernichtungskrieg übergeht, während wir alle kraftlos von zwei Jahren Pandemie und überwältigt von Weltschmerz sind, entsteht in der Heilig-Geist-Kirche aus selbstlosem Tatendrang ein Netzwerk freiwilliger Helfer und Helferinnen.

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Ridne Slowo“ und dem Generalkonsulat der Ukraine in Düsseldorf formt sich die Anlaufstelle (ridneslowo.de). Neben Spendensammlungen für humanitäre Hilfe, ukrainische Kriegsopfer und Medikamente hat man sich zusammen mit anderen Düsseldorfer Gemeinden vor allem der geflüchteten Kinder angenommen.

  • Das Diagnostik-, Therapie-, und Forschungszentrum an
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  • Gemeindereferent Andreas Bodenbenner (v.l.) und Karin
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  • Meinhard Felbick (l.) und die Nachbarn
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Das Gebäude der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde ist derweil zum Infozentrum für ankommende Geflüchtete geworden; ebenso für alle, die helfen wollen und können. Der dort praktizierende Pfarrer Mykola Pavlyk hatte Ende Februar während eines Gottesdienstes zunächst zum Spenden aufgerufen. Die Unterstützung war schnell so groß, dass sich Kartons bis unter die Decke stapelten.

Am 1. März erreichte dann ein erster Lkw-Fahrer aus den Niederlanden das Lager. Er sollte eigentlich in die Ukraine, um dort Baumstämme abzuholen. Auf dem Weg dorthin erhielt er allerdings den Anruf, dass das ukrainische Holzlager nicht mehr existiere. Es folgten viele weitere Fahrer und Fahrerinnen, wochenlanges Sortieren und Be- und Entladen von Lkw, die Sachspenden in die Ukraine fuhren.

Mittlerweile sind viele Geflüchtete in Düsseldorf angekommen. So hat sich auch die Struktur der Hilfe weiterentwickelt. In der ­St.-Rochus-Kirche wurde daher ein Kreativzentrum für Kinder eingerichtet – montags bis mittwochs und freitags werden dort Drei- bis 17-Jährige in verschiedenen Gruppen betreut.

Pavlyk und seine Söhne, wie auch unzählige freiwillige Helfer und Helferinnen, sind weiterhin an der Moltkestraße 63 in Düsseldorf-Pempelfort im Einsatz. Wer helfen möchte, kann dort einfach vorbeischauen. Jede Hilfe wird gebraucht.