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MINT-Fächer - Orientierungsstudium an der Hochschule Niederrhein

Orientierungsstudium macht Lust auf MINT-Fächer

Drei junge Frauen testen das Angebot der Hochschule Niederrhein, alle drei wollen bei den Naturwissenschaften bleiben.

Hannah Rankers weiß nun, was sie will: Sie wird im Sommer eine Ausbildung zur Industriemechanikerin beginnen und gleichzeitig den dualen Studiengang Maschinenbau. Den Ausbildungsplatz hat die 18-Jährige, und was im dualen Studium auf sie zukommt, ist ihr auch klar, denn sie absolviert gegenwärtig ein Orientierungsstudium, das von der Hochschule Niederrhein speziell angeboten wird, um Frauen die Entscheidung für ein Studium im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu erleichtern.

Außer Hannah haben auch Jana Israel und Alicia Rolles in diesem Semester dieses Angebot gewählt. Alle drei sind sich nun sicher, dass sie mit dem ins Auge gefassten Studiengang richtig liegen.

Die Hochschule Niederrhein gehört zu den wenigen Hochschulen, die diese Orientierungsmöglichkeit in dieser Breite bieten. "In den Studiengängen Chemie, Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen ist dieses Orientierungsstudium einschließlich Praktikum für junge Frauen möglich", erklärt Beate Brungs von der Gleichstellungsstelle.

Die Interessentinnen sind zwei Tage als Gasthörerinnen im jeweiligen Studiengang dabei, drei Tage als Praktikantinnen in einem Betrieb - also wie bei einem dualen Studium. Die Gasthörergebühr übernimmt die Gleichstellungsstelle, die auch bei der Suche nach Praktikumsplätzen hilft. Das ist aber nicht immer ganz einfach, denn es gibt nur wenige Plätze. "Es wäre schön, wenn Firmen mehr Praktikumsstellen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich anbieten würden", sagt Beate Brungs. "Sie profitieren ja auch davon, wenn mehr Frauen MINT-Berufe ergreifen."

Die Teilnehmerinnen brauchen nämlich im Allgemeinen sogar zwei Praktikumsstellen während der halbjährigen Schnupperphase, weil bei einem sechsmonatigen Praktikum die Unternehmen den Mindestlohn zahlen müssten. Der entfällt bei kürzeren Praktika. Dafür lernen die jungen Frauen mehr Unternehmen kennen. In Hannahs Fall war das sehr gut, denn im zweiten Unternehmen, das sie im Praktikum kennenlernt, wird sie im kommenden Sommer ihre Ausbildung beginnen.

Jana Israel und Alicia Rolles haben sich für Chemie entschieden, besuchen zwei Tage lang die Hochschulveranstaltungen und wechseln jetzt vom Hochschullabor zu privaten Unternehmen, um dort ihr Praktikum fortzusetzen. "Ich habe mich immer für Naturwissenschaften interessiert, aber ich fand es schwierig, mich für einen Bereich zu entscheiden", erklärt Alicia ihre Motivation für das Orientierungsangebot. Auch Jana wollte gern testen, ob Chemie der richtige Studiengang für sie ist. Dafür ist sie extra aus Münster an den Niederrhein gekommen. "In dieser Form wird das nicht von vielen Hochschulen angeboten", sagt die 18-Jährige.

Während sich die beiden Chemie-Interessierten vermutlich für ein Vollzeitstudium an einer Hochschule oder Universität entscheiden werden, ist Hannah sicher, dass der duale Ansatz für sie der richtige ist. "Ich finde den praktischen Teil wichtig, weil ich da keine Erfahrungen mitbringe", erklärt sie. Eine Ingenieurin müsse schließlich auch mit einem Schraubenzieher umgehen können, um später keine Konstruktionsfehler zu machen, ist sie überzeugt.

Das Angebot eines Orientierungsstudium in den MINT-Fächern für Frauen wird auch im kommenden Wintersemester fortgesetzt. Interessentinnen können sich an die Gleichstellungsstelle der Hochschule wenden oder sich auf der Homepage unter Mint-Forum informieren.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Hochschule Niederrhein.

Mehr Tipps zum Studium in NRW gibt es hier.

(RP)