Kolumne Studentenleben Auf dem Weg zum Master

Den Bachelor in der Tasche – und was nun? Viele Möglichkeiten öffnen sich für die Absolventen des ersten Uni-Abschlusses. Aber es herrscht auch Unsicherheit darüber, was jetzt der beste Weg in die Zukunft ist. Beim Blick zurück auf das Studentenleben kommt Wehmut auf.

Luca Schafiyha hat gerade den Bachelor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf absolviert.

Luca Schafiyha hat gerade den Bachelor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf absolviert.

Foto: Richard Salomon

Es ist noch gar nicht lange her, da verkündete ich hier durch die Blume meinen Abschied. Nun bin ich schon wieder zurück. Was hat sich geändert? Nichts, außer dass ich jetzt Student im Master bin. Das war alles gar nicht so selbstverständlich, ist es auch streng genommen immer noch nicht. Denn manche Dinge ändern sich auch trotz erstem akademischem Hochschulabschluss nicht. So gibt es sogar im fortgeschrittenen Studium, das einer Fachrichtung mehr Tiefgang verleihen soll, typische studentische Problematiken und Fragestellungen.

Wider Erwarten lösen sich also nicht alle Probleme automatisch, wenn man auf seine Bewerbung überall dick und fett „Bachelor of Arts“ schreiben darf. Diese Erfahrung durften im Freundes- und Bekanntenkreis zuletzt einige machen. Viele wussten gar nicht wie ihnen geschieht, als das Studentenleben plötzlich einfach so vorbei war. Manche gingen voll im Job auf, manche taten sich sehr schwer und sträubten sich sogar ein wenig gegen das geordnetere Berufsleben. Manche andere fangen sogar einen gänzlich neuen Studiengang von vorne an, und wiederum andere studieren im Master weiter. Und hier komme ich wieder ins Spiel.

So prokrastiniert man vor sich her, hegt Zweifel am Studium und ärgert sich über Papierkram und Hochschulbürokratie. Die Krankenkasse will sicherstellen, dass man die maximale Stundenanzahl im Nebenjob während des Semesters auch ja nicht übersteigt, und Bafög kriegt man irgendwie auch nicht. Oder ganz spät und sehr wenig. Alles beim alten also.

Zugegeben, man ist schon etwas routinierter. Insbesondere dann, wenn man sein Studium (vorerst) an der Hochschule fortsetzt, an der man zuvor bereits den Bachelor abgeschlossen hat. Die Ersti-Woche kann man sich sparen, der Campus muss nicht neu ergründet werden, und der serbische Bohneneintopf aus der Mensa schmeckt immer noch fantastisch.

Doch „vorerst“ ist in meinem Fall das Stichwort. Auch wenn ich nun im Master eingeschrieben bin, bin ich mir immer noch nicht sicher, was kommt. Es gibt viele sehr spannende Master- und Ausbildungsmöglichkeiten, und ich arbeite seit Jahren neben dem Studium in einer spannenden Branche. Darauf lässt sich so oder so aufbauen. Was ich damit sagen will ist, dass es normal ist, Zweifel zu hegen, sich umzuorientieren und eben nicht immer ganz schnörkellos einen vorgegebenen Weg zu gehen. Eines habe ich jedoch während meiner nun schon ein paar Semester währenden Studienzeit festgestellt: Dass ich den Uni-Alltag immer sehr genossen habe und mir dieser selbst durch Covid und Co. nicht verdorben worden ist. Warum also nicht noch einmal woanders studieren? Eine allerletzte Kolumne dürfte wohl noch folgen. Dann womöglich als Student einer anderen Universität.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort