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Eignungstests für Sportstudenten an den Hochschulen

Eignungstests in der Pandemie : So klappt der Start ins Sportstudium

Für das Sportstudium an den Unis und Sporthochschulen in Deutschland muss man normalerweise einen anspruchsvollen Eignungstest absolvieren. In diesem Jahr ist aber auf Grund der Corona-Pandemie vieles anders. Ein Überblick über die unterschiedlichen Anforderungen.

Ob an Schulen, in Vereinen, in Reha-Einrichtungen, im Tourismus, im Sportmarketing, bei Redaktionen oder in Kommunen: Absolventen eines Sportstudiums können in vielen Bereichen arbeiten. Um aber überhaupt ins Studium starten zu können, gibt es eine große Hürde, die man nicht unterschätzen sollte: die Sporteignungsprüfung. Mit ihr sollen Abiturienten ihr breites sportliches Können unter Beweis stellen. In diesem Jahr wurde die Prüfung allerdings zum Teil ausgesetzt. Wir beantworten wichtige Fragen zum Sportstudium.

Wo kann man überall Sport studieren?
Tatsächlich an über 40 Universitäten und Hochschulen in Deutschland. NRW hat ein breites Angebot mit den Standorten Köln, Münster, Bochum, Dortmund, Duisburg-Essen, Bielefeld, Paderborn, Wuppertal und Osnabrück.

Wie sieht das Anmeldeverfahren normalerweise, also in Nicht-Corona-Zeiten, aus?
Normalerweise gibt es einen Eignungstest, den man bestehen muss, bevor man überhaupt einen Studienplatz erhält. Zu dieser Prüfung muss man sich außerdem rechtzeitig anmelden. Das bedeutet: Abiturienten können sich nicht kurzfristig überlegen, dass sie im Oktober gern ein Sportstudium beginnen wollen, sondern müssen sich am besten schon im Winter über Anmeldefristen und Termine für die Prüfung informieren.

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Wie ist es in diesem Jahr?
Die Unis haben völlig unterschiedliche Regelungen getroffen, wie sie mit den Eignungsprüfungen umgehen: In Bochum und Köln wurden diese einfach nach hinten verschoben. In Dortmund hat man sich dagegen gegen eine Eignungsprüfung entschieden: Stattdessen zählen die Sportnoten aus der Oberstufe. Gleichzeitig müssen die Bewerber ein Motivationsschreiben einreichen, in dem sie ihre bisherigen Sporterfahrungen sowie erzielte Erfolge darlegen. Außerdem muss ein Video mit verschiedenen Bewegungskombination aufgenommen werden – aus Turnen, Leichtathletik und Mannschaftssport. Zum Nachweis der schwimmerischen Qualifikation muss das Deutsche Rettungsschwimmanzeichen in Silber eingereicht werden – spätestens zu Studienbeginn. An den Unis Duisburg-Essen und Münster setzt man ebenfalls auf die Sportnoten der Oberstufe: In Münster muss man mindestens drei Mal mindestens eine Zwei Minus (10 Punkte) in Sport auf den Zeugnissen der Oberstufe gehabt haben.

Wo könnte ich noch kurzfristig einen Studienplatz bekommen?
Wer sich deutschlandweit umschaut, könnte außerhalb von NRW Glück haben, auch kurzfristig noch ins Sportstudium zu starten. So heißt es von der Universität Lüneburg: „In diesem Jahr wird aufgrund der aktuellen Lage kein Sporteignungstest an der Leuphana Universität durchgeführt, entsprechend ist der Nach-weis fachbezogener, besonderer Bewegungsfähigkeiten in diesem Jahr nicht Zugangsvoraussetzung für ein Sportstudium. Ein ärztliches Attest (nicht älter als drei Monate), in dem die Sporttauglichkeit bescheinigt wird, senden Sie bitte direkt mit den Bewerbungsunterlagen ein. Die Nachweise der Ausbildung in Erster-Hilfe (nicht älter als zwei Jahre) und des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens (Bronze und nicht älter als zwei Jahre) reichen Sie bitte spätestens zum Abschluss des ersten Fachsemesters direkt im Institut ein.“ Und auch die Universität in Göttingen lässt verlauten: „Sie benötigen für die Aufnahme eines Sportstudiums an der Georg-August-Universität Göttingen keine Sporteignungsprüfung mehr.“

Was muss ich beim Sporteignungstest denn überhaupt können?

Kurz gesagt: eine ganze Menge. Es reicht nicht, in einer bestimmten Sportart auf Spitzenniveau zu glänzen – man muss sowohl in der Leichtathletik, im Turnen, bei Mannschaftssportarten und beim Schwimmen überzeugen. Die Sporthochschulen und Unis empfehlen deshalb, sich auf den Eignungstest vorzubereiten – denn jedes Jahr fallen viele Bewerber durch. Konkret muss man beispielsweise an der Ruhr-Uni Bochum 13 von 14 Prüfungen bestehen – in Köln sind es 19 von 20. Immer bestanden werden muss der Langstreckenlauf, wer hier versagt, ist gleich ganz raus. Dabei müssen in Bochum 2000 Meter in 11:30 Minuten (Frauen) beziehungsweise 3000 Meter in 13 Minuten (Männer) gelaufen werden. Außerdem stehen unter anderem folgende Disziplinen auf dem Programm: In der Leichtathletik 100 Meter Sprint in mindestens 15,5 Sekunden (Frauen) beziehungsweise 13,4 Sekunden (Männer), Hochsprung oder Weitsprung sowie Kugelstoßen, beim Turnen eine Sprunghocke über ein Turnpferd, Aufschwingen in den Handstand, drei Klimmzüge am Reck (Männer) sowie verschiedene Schwungübungen am Reck. Beim Schwimmen sind 20 Meter Streckentauchen ebenso gefragt wie das Zeigen verschiedener Schwimmtechniken und Schwimmen auf Zeit. Auch ein ordentlicher Kopfsprung vom Ein-Meter-Brett muss gezeigt werden. Außerdem müssen die Bewerber in verschiedenen Mannschaftssportarten (Basketball, Fußball, Hockey, Handball oder Volleyball) sowie in Rückschlagspielen wie Tennis, Badminton oder Tischtennis beweisen, dass sie bestimmte Spielzüge und Techniken beherrschen.

Bieten die Hochschulen Vorbereitungs-Trainings auf die Eignungsprüfung an?

Ja! Einfach auf den Internetseiten der Hochschulen nachschauen. Dann kann man mit Studierenden für den Test trainieren und sich Tipps abholen. Grundsätzlich gilt: Für die Vorbereitung genug Zeit einplanen.