Düsseldorf: Heinrich-Heine-Uni ist Partnerhochschule des Spitzensports

Spitzensport : In Form zu Wasser und an Land

Die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ist ab sofort Partnerhochschule des Spitzensports. Sportler, etwa aus dem Olympia-Kader, erhalten künftig mehr Unterstützung, um Studium und sportliche Karriere zu vereinbaren.

35 bis 40 Stunden pro Woche widmet Jonathan Rommelmann dem Rudersport. Der 24-Jährige trainiert in Krefeld, sein großes Ziel ist es, im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio im Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier dabei zu sein. 40 Stunden pro Woche Training, auf dem Wasser am Elfrather See, im Fitnessstudio, dazu Materialpflege – ein Fulltime-Job. Aber Jonathan Rommelmann studiert parallel zum Leistungssport: Und zwar Medizin an der Heinrich-Heine-Uni in Düsseldorf.

Ein Studium, das gleichfalls einem Vollzeitjob nahekommt. Jonathan Rommelmann steht kurz vor dem zweiten Staatsexamen, hat aber durch den Leistungssport länger für diesen Weg gebraucht als seine Kommilitonen. „Ich habe beispielsweise 2016 ein Jahr ausgesetzt, um mich voll auf den Rudersport zu konzentrieren“, sagt der Student. Insgesamt sei er stark auf die Mithilfe der Dozenten angewiesen gewesen, so Rommelmann. Denn ob sie Fehlzeiten für ein Trainingslager oder das Nicht-Mitschreiben einer Klausur akzeptierten, musste individuell in vielen Gesprächen verhandelt werden. „Und da habe ich dann durchaus auch mal so etwas gehört wie: Entweder man studiert, oder man macht Leistungssport.“

Damit die Kombination von Studium und Spitzensport in Zukunft leichter wird, ist die Heine-Uni nun Partnerhochschule des Spitzensports. Dazu gibt es eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband und dem Olympiastützpunkt NRW/Rhein-Ruhr. Derzeit gehören etwa 20 Studierende – vornehmlich im Hockey und im Rudern – parallel zu ihrem Studium an der HHU einem Kader eines Bundesverbandes des Deutschen Olympischen Sportbundes an.

„Um der Vielfalt auf unserem Campus gerecht zu werden, haben wir an der HHU Angebote für Studierende in verschiedenen Lebenssituationen entwickelt“, sagt Rektorin Anja Steinbeck. „Wir unterstützen unsere Kaderathleten und -athletinnen aus den verschiedenen Fachbereichen mit allen Kräften dabei, ihre akademische Ausbildung trotz hoher zeitlicher Belastungen durch den Spitzensport erfolgreich an der HHU zu absolvieren.“ Neu sei auch die Förderlinie „Leistungssport“ des Stipendienprogramms.

Die in der Kooperationsvereinbarung formulierten Maßnahmen sollen Benachteiligungen verhindern, die sich auf Grund des leistungssportlichen Engagements beim Zugang zum Studium, während des Studiums und beim anschließenden Übergang in die Berufswelt ergeben. So setzt sich die HHU beispielsweise dafür ein, flexiblere Handhabung von Anwesenheitszeiten und Prüfungsterminen zu ermöglichen. Dadurch sollen Spitzensportler ohne Abstriche bei den inhaltlichen Anforderungen, ihren angestrebten Abschluss in einem angemessenen Zeitrahmen erreichen können. Hierzu zählen die Anpassung von Abgabeterminen für Hausarbeiten, aber auch die studienfachspezifische Förderung im Einzelfall. Beispielsweise ist für Kaderathleten an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ein Studium in Teilzeit möglich. Das Studierendenwerk ist behilflich bei der Wohnplatzwahl innerhalb und wenn nötig auch außerhalb der Wohnanlagen.

Volker Lauer, Leiter des Olympiastützpunktes NRW/Rhein-Ruhr ergänzt: „Der OSP Rhein-Ruhr begrüßt es sehr, dass die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nun offiziell Partnerhochschule des Spitzensports ist. Wir können schon bereits auf eine mehrjährige sehr gute Zusammenarbeit zurückblicken. Im Studienverlauf werden Athletinnen und Athleten durch den Olympiastützpunkt beraten und parallel dazu von einem Mentor oder einer Mentorin aus der Universität begleitet, um Studien-, Trainings- und Wettkampfplanung bestmöglich aufeinander abstimmen zu können. Den Spitzensport und das Studium gleichermaßen erfolgreich voranzubringen gelingt nur dann, wenn – wie heute – individuelle Regelungen ermöglicht werden können.“

Und auch Jonathan Rommelmann freut es, dass es für künftige Spitzensportler an der HHU leichter wird. „Ich selbst bin ja nun fast schon durch mit dem Studium – und konzentriere mich parallel voll auf die Olympia-Qualifikation.“

Mehr von RP ONLINE