Kolumne Studentenleben Brandschutz und Bürokratie

Es gibt doch nichts Schöneres als den alljährlichen Run auf die Sekretariate der verschiedenen Institute, wenn Studierende versuchen, Beteiligungsnachweise und ähnliches in Druckform zu erhalten, da die digitale Buchführung der HHU doch sehr zu wünschen übrig lässt und regelmäßig Bescheinigungen über die Teilnahme an Vorlesungen und Seminaren im digitalen Nirwana verschwinden.

 Luca Schafi­yha studi­ert Germanistik und Politikwissenschaften an der Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf.

Luca Schafi­yha studi­ert Germanistik und Politikwissenschaften an der Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf.

Foto: Schafiyha

Die Ursache liegt dabei immer woanders. Mal hat der Dozent keine Zeit, die Teilnahme zu bestätigen, mal wird ein Kursbesuch durch einen Fachwechsel nicht mitgezählt, mal dies, mal jenes. Ein Traum sind die Handvoll Dozenten, die es schaffen, am Ende eines Seminars die Bescheinigung ausgedruckt in der letzten Sitzung auszuteilen. Einmal brachte ein Kursleiter sogar selbst gelochte Exemplare des begehrten akademischen Rohstoffs mit in den Kurs – unter tosendem Applaus der Teilnehmer. Nun handelt es sich bei derart aufmerksamen Dozenten um absolute Seltenheiten. Leider. So kommt man nicht umhin, Jahr für Jahr sämtliche Sekretariate abzuklappern und in feinster Arbeitsamt-Manier von Gebäude zu Gebäude, von Zuständigem zu Zuständigem geschickt zu werden. Selten bis nie bleibt es dabei bei einem einzigen, gemütlichen Gang über den Campus. So müssen sich Mitarbeiter beim Dozenten erkundigen (Legenden besagen, er habe noch nie auf eine Mail geantwortet), ob man den Kurs wirklich besucht hat, mal findet man im Büro niemanden vor – staubiger Zettel an der Tür: „Bin gleich wieder da“ - ein Klassiker.

Mir ist es sogar einmal passiert, dass sich eine Sekretärin geweigert hat, ausserhalb der Terminzeiten meinen Beteiligungsnachweis auszuhändigen, da diese donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr liegen, es aber bereits 12.10 Uhr war. Als ich eine Woche später pünktlich um 10 meinen Versuch wiederhole, greift sie hinter sich in ein Regal, öffnet einen Ordner und gibt mir den Wisch aus einer Registerkartei, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich habe noch Tränen in den Augen vor Lachen, als ich mit einem Kommilitonen zum Gebäude des Instituts für Sozialwissenschaften schlendere, um den nächsten Schein abzuholen. Vergebens, denn das Gebäude, in welchem das Institut beheimatet ist, ist wegen Brandschutzgefahr gesperrt, sodass alle Räume samt Mitarbeitern in die 20 Minuten entfernte Ulenbergstraße ziehen mussten. Diesmal google ich die Terminzeiten lieber vorher.

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