Hilden: Wahrzeichen sind ein Stück Heimat

Hilden: Wahrzeichen sind ein Stück Heimat

Manche Menschen wissen, dass sie zu Hause sind, wenn sie bei der Rückkehr von (Rad-)tour die Wahrzeichen ihrer Stadt sehen. Wie etwa den Turm der Hildener Reformationskirche.

Die Reformationskirche ist "das eindrucksvollste Gebäude Hildens", sagt Denkmalpflegerin Karin Herzfeld. Wie würde Hilden ohne die Kirche am Markt aussehen? "Für mich ist schon diese Frage unvorstellbar", sagt Bürgermeisterin Birgit Alkenings: "Weil die Reformationskirche das Hildener Wahrzeichen und das älteste Gebäude der Stadt ist." Dazu ist sie etwas ganz Besonderes. Gemeinsam mit dem Quirinus-Münster in Neuss und der Abteikirche St. Ludgerus in Essen-Werden zählt die Reformationskirche zu den bedeutenden späten Emporenbasiliken im romanischen Stil am Niederrhein.

Foto: Blazy, Matzerath, Maguire , Schümmelfelder

Der Kölner Bischof unterhielt in Hilden einen Fronhof. 924 wurde dort eine Hofkapelle geweiht. Das war die allererste Kirche in Hilden. Erzbischof Engelbert I. von Köln (als Engelbert II. auch Graf von Berg) ließ während seiner Amtszeit von 1216 bis 1225 die Pfeilerbasilika erbauen. Ihre heutige Gestalt erhielt die "Vierte Hildener Kirche" 1255. Dazu muss man wissen: Das Dorf Hilden hatte in diesem Jahr gerade mal rund 400 (!) Einwohner. Das Gotteshaus war katholisch und dem Heiligen Jakobus geweiht.

Foto: Matzerath Ralph

Nach der Reformation und dem Westfälischen Frieden wurde die Kirche 1650 den Evangelischen zugesprochen - weil dort Pfarrer wirkten, die sich im Wesentlichen der reformierten oder lutheranischen Glaubensart zugehörig fühlten. Die Katholiken nahmen bei ihrem Auszug alles mit, was nicht niet- und nagelfest war und übergaben die Kirche "besenrein", weiß Stadtarchivar Wolfgang Antweiler. Erst 1958 wurde die "Evangelische Kirche" mit Einweihung der Erlöserkirche in Reformationskirche umbenannt.

Foto: Mikko Schümmelfelder

Heute betonen katholische und evangelische Christen nicht das Trennende, sondern das Verbindende. Die Reformationskirche wird von allen Hildenern als "ihre" Kirche wahrgenommen. Das macht sie eigentlich erst zum Wahrzeichen der Stadt - neben ihrem historischen Wert als Baudenkmal. Im Inneren ist die Kirche schlicht und dadurch besonders schön. Vor der Reformationskirche erstreckt sich der alte Markt mit der Bismarckeiche. Das Pflaster ist voller Bodenwellen. Aber genau das lieben die Hildener: Auf dem alten Markt in der Sonne sitzen mit Blick auf ihre Reformationskirche, Leute sehen und gesehen werden, mittendrin und doch irgendwie geborgen und aufgehoben - pures Heimatglück.

(cis)