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Schönes Düsseldorf: So bunt ist unsere Heimat

Schönes Düsseldorf : So bunt ist unsere Heimat

Wer sind die Menschen, die Düsseldorf ihre Heimat nennen? Die Landeshauptstadt wächst - und wird jünger sowie internationaler. Langzeit-Düsseldorfer, die länger als zehn Jahre in der Stadt leben, gibt's "nur" rund 300.000. In den Osterferien erscheint in der RP jeden Tag ein Artikel zum Thema Heimat.

Was ist es für ein schönes Gefühl, von einem Ausflug ins Sauerland oder Bergische zurückzukommen nach Düsseldorf. Es gibt diesen Moment auf der A46, wenn sich das Rheinland vor dem Betrachter ausbreitet. Meist ist es ein wenig dunstig, Düsseldorf bietet sich dar in aller Breite von den Türmen des Henkelwerks über die Hochhäuser rund um die Kö mit dem Rheinturm, vielleicht sieht man vom Niederrhein kommend in der Abendsonne einen Jet in Richtung Flughafen absinken.

Wer schaut auf diese Szenerie, wer nennt diese Stadt seine Heimat, und wenn es nur eine temporäre ist? Die Antwort auf diese Frage ist vielfältig, aber es gibt für sie eine Überschrift: Düsseldorf wird jünger und internationaler! Die Stadt ist ein Magnet vor allem für junge Menschen, die für Ausbildung, Studium oder den ersten Job in die Stadt kommen. Es gibt immer mehr Arbeitsplätze (jetzt mehr als 500.000) und mehr internationale Firmen, und deswegen auch immer mehr Menschen, die den Weg aus dem Ausland hierhin finden.

Wer treibt das Wachstum an? Unter dem Strich hat sich das Verhältnis seit der Jahrtausendwende gedreht: 2000 zogen knapp 20.000 Deutsche und 12.640 Ausländer nach Düsseldorf. Zuletzt waren es 22.219 Deutsche und 28.601 Ausländer. Die Aufnahme von Flüchtlingen ist dabei zu vernachlässigen, der Zuzug aus dem Ausland ist kontinuierlich gewachsen und hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Der Prozess hat mit der Attraktivität der Landeshauptstadt und ihrer günstigen Lage zu tun. Wenn eine Firma in Europa einen Ort für eine zentrale Niederlassung sucht, gehört Düsseldorf zu den absoluten Top-Adressen.

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Es verwundert deswegen nicht, dass das Bevölkerungswachstum unter dem Strich, also wenn man Zu- und Fortzüge gegeneinander aufrechnet, hauptsächlich auf Menschen jenseits deutscher Grenzen beruht. So gibt es bei den Deutschen schon seit 2009 einen negativen Wanderungssaldo (zwischen 300 und fast 1500 im Jahr), während es bei den Menschen mit ausländischem Pass genau andersherum aussieht, und das seit dem Jahrtausendwechsel. Damals lag bei ihnen das Plus bei gut 3000, schon vor fünf Jahren dann bei 3600, um schließlich zweimal auf mehr als 7000 und einmal auf fast 10.000 anzusteigen. In absoluten Zahlen sah das 2014 beispielsweise so aus: 24.380 Menschen aus dem Ausland zogen nach Düsseldorf, 17.296 zogen weg.

Wie sieht es in den Altersklassen aus? Düsseldorf ist eine Bildungsstadt mit 20 Hochschulen aller Art. Eine gute Erklärung dafür, warum der Wanderungssaldo nur bei jungen Menschen im Plus ist: Im vorigen Jahr kamen bei den 18- bis 25-Jährigen gut 4000 Menschen mehr in die Stadt, als sie wegzogen, bei den 25- bis 30-Jährigen waren es 3148. Bei allen Altersklassen darüber gibt es nur Minuszahlen.

Wie lange leben die Menschen in der Stadt? Wo so viel Zu- und Fortzug ist, stellt sich die Frage: Wie lange sagen die Menschen "Meine Heimat ist Düsseldorf"? Immerhin knapp die Hälfte der aktuell 635.000 Düsseldorfer, nämlich 305.000, lebt seit mindestens zehn Jahren in der schönsten Stadt am Rhein. Davon gut zwei Drittel sogar 20 Jahre und länger, genauer: 218.621, und davon sind 22.374 Ausländer. Zu denen, die aus dem alten Düsseldorf stammen, gehört Alfred Strahl. "Über die Familien Kels und zum Busch kann ich meine Wurzeln in dieser Stadt bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Lege ich meine Ahnentafel neben die meiner verstorbenen Frau, dann sieht man, dass wir im neunten und im elften Grad über einen gemeinsamen Kels-Vorfahren im 17. Jahrhundert miteinander verwandt sind."

Bis heute findet sich der Name Kels im Düsseldorfer Telefonbuch. "Man kann davon ausgehen, dass die alle vom selben Urahn abstammen", sagt Strahl. Zu den wirklich alten Düsseldorfer Familien rechnet der Verfasser zahlreicher genealogischer Bücher auch den Clan der "Ingenhoven", der seine Wurzeln in Bilk und Volmerswerth hat. Andere heute als Ur-Düsseldorfer betrachtete Familien wie Hinkel oder Oxenfort seien dagegen erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts in die Stadt gekommen.

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(RP)