Heimathafen Düsseldorf: Wo Düsseldorf ein Dorf ist

Heimathafen Düsseldorf: Wo Düsseldorf ein Dorf ist

In der Innenstadt mit dem Rad unterwegs zu sein, ist mehr Stress als Vergnügen. Wer es ruhiger möchte, muss gar nicht weit fahren.

In Düsseldorfs Innenstadt mit dem Rad unterwegs zu sein, ist mehr Stress als Vergnügen. Wer es ruhiger möchte, muss aber gar nicht weit fahren - und findet eine Idylle.

Beim Blick vom Wittlaer Damm, wenige Meter von der Stadtgrenze zu Duisburg entfernt, blicke ich nach rechts und links - und sehe dabei nichts. Düsseldorf, das ist Rheinturm, Altstadt und ständige Bewegung. Doch hier ist davon nichts mehr zu sehen. Kein Hochhaus, keine Straßen, nur noch der Rhein, der sich langsam seinen Weg durch die Landschaft bahnt und eine andere Seite der Landeshauptstadt zeigt: Ruhe und idyllische Natur.

Fahrradfahren in der Innenstadt ist häufig mehr Stress als Vergnügen. Im Kampf mit Autos und Straßenbahnen haben Zweiräder trotz Fahrradwegen häufig das Nachsehen. Doch wer wie ich am vergangenen Sonntag ebendiese Wege verlässt, erlebt seine Düsseldorfer Heimat ganz anders.

Mein Weg beginnt im Hofgarten, der sich von der Innenstadt vorbei an Tonhalle und NRW-Forum bis an den Rhein zieht. Erst kürzlich stellte ein Freund von mir aus den Niederlanden nach seinem ersten Besuch in Düsseldorf anerkennend fest, wie grün die Stadt doch sei. Dabei wird Düsseldorf gen Norden noch viel grüner.

Pause unter Kirschblüten

Die ersten Meter führen mich entlang des Golzheimer Parks. Nachdem Sturm Ela 2014 einen Großteil der Bäume zerstört hat, ist das Gebiet mehr Wiese als Park und wird von Hobbysportlern als Fußballplatz und Frisbeefeld gleichermaßen genutzt.

  • Im Grenzland — Kirchen zwischen Düsseldorf und Duisburg

Wenige Meter dahinter folgt der Nordpark, der mit dem Japanischen Garten gleichzeitig auch jene Weltoffenheit zeigt, die für Düsseldorf so charakteristisch ist. Ein guter Ort, um das Fahrrad kurz stehenzulassen, bevor es endgültig raus aus dem Stadtzentrum in die ländlichen Gebiete geht. Besonders aktuell lohnt es, die unzähligen Kirschblüten zu bewundern.

Die nächste Station ist Lohausen. An keinem Ort meiner Tour treffen Stadt und Land deutlicher aufeinander. Auf der einen Seite erlebe ich eine äußerst ländliche und grüne Welt. Auf der anderen Seite erinnern die wie in einer Perlenkette startenden Flugzeuge an die Hektik der Großstadt.

Grüne Wiesen statt Schnellstraßen

Doch diese lasse ich spätestens in Kaiserswerth hinter mir. Düsseldorfs ältester Stadtteil ist nicht umsonst ein beliebtes Ausflugsziel, auch an diesem Tag. Ob ein Schlendern durch die historische Altstadt oder ein Besuch der Kaiserpfalz - Kaiserswerth hat eine Menge zu bieten. Auch kulinarisch, falls einen zwischenzeitlich der Hunger übermannt hat. Dafür empfiehlt sich beispielsweise ein Besuch des Restaurants "Alte Rheinfähre", dessen Biergarten einen guten Ausblick über das Rheinufer bietet.

Die letzte Station meiner Radtour ist Wittlaer. Seit einigen Wochen lässt es sich dort dank eines neuen Radwegs direkt am Rheinufer weiterfahren, während Radfahrer früher gezwungen waren, einen Umweg durch den Ortskern von Wittlaer zu nehmen. 600.000 Euro kostete die Asphaltierung des rund 1,8 Kilometer langen Teilstücks zwischen dem Düsseldorfer Norden und Duisburgs Süden. Eine gute Investition? Für Harald Neuendorf definitiv. "Es gibt nicht Schöneres, als beim Radeln auf den blauen Rhein zu blicken", sagt er.

Ich treffe ihn und seine Frau bei einer kurzen Pause auf dem Damm kurz vor Duisburg. Der Ort ist ungefähr gleich weit von den Stadtzentren beider Städte entfernt und bietet einen schönen Blick auf die Natur. Für einen kurzen Augenblick vergesse ich, dass ich mich in einer der am dicht besiedeltsten Regionen Deutschlands aufhalte. Denn statt Schnellstraßen und Hochhäusern gibt es hier grüne Wiesen und Einfamilienhäuser. Hier ist Düsseldorf wirklich nur ein Dorf.

(RP)