Mönchengladbach: Hardts junges Herzrasen

Mönchengladbach: Hardts junges Herzrasen

Drei junge Männer organisieren ehrenamtlich das Hardtbeat-Festival. Bewerbungen für Auftritte kommen auch aus dem Ausland.

Der Name Hardtbeat war ein gemeinschaftlicher Geistesblitz der genialen Art. Hardtbeat heißt das Open-Air-Festival für junge Bands in - ja, in Hardt. Organisiert wird es von Lukas Ditges, Kaspar Fuchs und Pascal Flachsenberg. Angefangen hat alles vor fünf Jahren als Band-Abend im Jugendheim der katholischen jungen Gemeinde. Da traten die Organisatoren auch noch selbst als Gruppe auf. Inzwischen ist es zu einem Festival gewachsen, das auch für junge Bands aus dem Ausland attraktiv ist. In diesem Jahr kommt als Ableger noch eine Clubkonzertreihe namens Hardtbeat meets Box dazu. Die jungen ehrenamtlichen Festivalmacher stemmen das alles mit erkennbarem Spaß an der Sache. Für ihr unermüdliches Engagement sind die jungen Organisatoren im vergangenen Jahr mit dem Junior-Benedikt-Preis von Mönchengladbach ausgezeichnet worden.

Ihre ersten Sporen auf dem Gebiet des Open-Air-Festivals haben sich zwei der drei bei den legendären Horst-Festivals im Gladbacher Zentrum verdient, wo sie als Helfer dabei waren. Mit Horst wollen sie sich nicht vergleichen, aber die Devise "umsonst und draußen" haben sie von der erfolgreichen Open-Air-Veranstaltungsreihe übernommen. "Dass das Publikum keinen Eintritt zahlen muss, ist auch vielen Bands wichtig", erklärt Lukas Ditges. Und auch das Open-Air-Flair ziehe die jungen Musiker an, fügt Kaspar Fuchs hinzu. Das jugendliche Alter der Musiker ist die einzige Bedingung, die die Festivalmacher stellen. "Die Bands sollen jung sein", betont Lukas, selbst 23 Jahre alt. "Natürlich machen auch ältere Bands richtig gute Musik, aber wir wollen eine Bühne für die Jüngeren bieten."

Pascal Flachsenberg, Lukas Ditges und Kaspar Fuchs (v.l.n.r) haben das Hardtbeat-Festival erfunden und laden junge Bands dazu ein. Foto: Rietdorf

Und davon gibt es genug: Mehr als hundert Bewerbungen haben die drei in diesem Jahr gemeinsam gesichtet. Zu jeder Bewerbung gehören zwei Songs und ein Infotext. Nach einem Punktesystem entscheiden die drei dann über das Programm. Und zwar möglichst so, dass nicht nur ein Genre vertreten ist. "Wir hatten schon alles dabei: Rap, Latinorock, Pop, Deutschrock, Folk und Metal", beschreibt Pascal Flachsenberg die Bandbreite. Weil an dem einen Festivaltag nur höchstens zehn Bands auftreten können, haben die Veranstalter mit den Clubkonzerten in der Box eine weitere Reihe ins Leben gerufen. Etwa alle zwei Monate soll nun ein Konzert in der Altstadt Mönchengladbachs stattfinden. Die Organisation des Festivals haben sich die Macher aufgeteilt. Lukas Ditges ist für die Infrastruktur wie zum Beispiel die Strom- und Wasserversorgung zuständig, für den Aufbau und das Sicherheitskonzept. Pascal Flachsenberg, der auch hauptberuflich eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker macht, ist natürlich für Bühnenaufbau und -technik verantwortlich. Kaspar Fuchs kümmert sich um das Sponsoring, denn auch ein Festival, für das kein Eintritt gezahlt werden muss, kostet Geld. Mindestens 15.000 Euro braucht man. Nicht nur, aber auch für die Headliner, die Bands, die auch überregional einen Namen haben. "Es ist wichtig, bei einem solchen Festival auch bekannte Bands dabei zu haben", erklärt Kaspar. "Sie stellen für die Jüngeren ein greifbares Vorbild dar."

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Zu dritt kann man natürlich kein Festival zu stemmen. Dazu braucht man noch jede Menge Helfer. Siebzig junge Ehrenamtler sind dabei, die meisten aus der katholischen jungen Gemeinde. Sie helfen beim Aufbau der Zäune und der Bühne, bei der Kinderbetreuung, dem Getränke- und dem Essensverkauf.

Viele Genres sind vertreten - von Rap bis Metal. Foto: Lulugraphie / Luisa & André Sole

Am 9. Juni 2018 zwischen 11.30 und 22 Uhr ist es wieder soweit. Dann schlägt Hardts Herz im Takt des Festivals. An diesem hoffentlich sonnigen Tag können sich die Festivalmacher schon fast zurücklehnen. "Der Tag selbst ist eigentlich ein Selbstläufer", sagt Lukas Ditges. Ein Tag so richtig zum Genießen, bevor nach dem Festival die Planung des nächsten schon wieder los geht.

(RP)