Alpen: Ein See - viele Möglichkeiten

Alpen: Ein See - viele Möglichkeiten

Der Freizeitsee Menzelen ist bei Vereinen wie bei Bürgern gleichermaßen beliebt. Warum? Weil man dort spazieren und joggen, angeln und tauchen, schwimmen und surfen kann. Gemeinsamer Treffpunkt ist dabei das Strandcafé.

Noch vor wenigen Wochen zeigte sich der Freizeitsee Menzelen von seiner winterlichen Seite, lediglich Graugänse und Stockenten nutzten die 35 Hektar große Wasserfläche zur Nahrungssuche. Etwas mehr Betriebsamkeit herrscht ganzjährig auf dem rund 3,3 Kilometer langen Rundweg um das Gewässer.

Die kurvenreiche und landschaftlich abwechslungsreiche Strecke ist vor allem bei Joggern und Hundebesitzern äußerst beliebt. "Die Route hat genau die richtige Größe, bietet Entspannung für Mensch und Hund. Das hier ist ein richtiges Idyll, es fehlen eigentlich nur noch eine oder zwei Bänke zum Verweilen", sagt Detlef Tittel, der mit Flat Coated Retriever "Sheldon" täglich um den See wandert. Einziger Wermutstropfen für den Menzelener ist der zunehmende Unrat am Rand der Gester Straße: "Die Leute halten hier einfach an und schmeißen den Müll ins Gebüsch, zuletzt sogar eine halbe Einbauküche."

Foto: Ostermann Olaf

Zu den wenigen winterlichen Badegästen gehört "Michel". Der Bobtail schätzt die von den Gesundheitsbehörden regelmäßig bescheinigte Wasserqualität auch eisgekühlt. Dass "Michel" darüber hinaus bei seiner Runde um den See immer wieder mit anderen Hunden herumtoben kann, hat für Besitzerin Maria Angenendt einen guten Grund: "Der Weg und das angrenzende Grün wird von der Gemeinde sehr schön in Ordnung gehalten, da macht es den Leuten einfach Spaß, hier spazieren zu gehen."

Noch sind Hunde und Halter, Mountainbiker und Jogger die einzigen Nutznießer dieses Kleinods, aber schon mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwacht das Leben am Ufer. Denn der Freizeitsee trägt seinen Namen nicht umsonst: Neben den sommerlichen Badegästen wird das Areal von Windsurfern, Anglern, Tauchern und der DLRG genutzt. Das weiß auch Rick Marckardt, der sein Strandcafé mit einladender Havana-Lounge auf die Saison vorbereitet. Der Gindericher ist ein Mann der ersten Stunde am See. Vor 25 Jahren hat er damit begonnen, den ausladenden Sandstrand, der mittlerweile auch einen eigenen Hundebereich enthält, anzulegen. "Der See ist mein Leben, ich habe damals darum gekämpft, hier etwas aufzubauen. Inzwischen ist das hier ein Treffpunkt geworden", erklärt Marckardt. Wenn im Sommer die letzten Badegäste den Heimweg angetreten haben, nutzen die Mitglieder der Alpener DLRG das Gewässer.

Foto: Ostermann
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"Das ruhige Wasser ist ideal, um den Umgang mit dem Rettungsbord zu üben. Außerdem trainieren wir hier für nationale und internationale Meisterschaften im Rettungsschwimmen", erklärt Oliver Schmitz. An der diesjährigen Weltmeisterschaft in Australien können trotz Qualifizierung allerdings nur wenige der preisgekrönten Alpener Rettungsschwimmer teilnehmen. Die Reisekosten würden das Budget der DLRG-Ortsgruppe Alpen sprengen.

Für Fischliebhaber bietet der See so einige kulinarische Leckerbissen. Vor allem Hecht, Zander und Aal erfreuen sich bei den Mitgliedern der aus vier Vereinen bestehenden Angelsportgemeinschaft großer Beliebtheit. Und dann gibt es da noch die Chance auf den ganz großen Fang, immerhin leben in dem Freizeitsee Welse mit einer Größe von zwei Metern. Wie lange es diesen Artenreichtum unter Wasser noch geben wird, ist allerdings unklar. "Wir sind dabei, den See zu überfischen, müssten eigentlich neuen Besatz einbringen. Aber das ist bei einem Gewässer in dieser Größe nicht gerade billig", sagt Christian Kempkes vom ASV Rotfeder Alpen. Ein weiteres Problem bereiten den Anglern Sommergäste, die sich nicht um das Badeverbot im Anglerbereich scheren. "Die legen sich zum Teil zwischen uns und beschweren sich darüber, dass wir angeln", so Kempkes.

Marcus Hücklekemkes und seine Vereinskameraden bekommen die Gäste des Freizeitsees hingegen nur selten zu Gesicht. Die Mitglieder des Alpener Tauchclubs Mobula gleiten schwerelos in bis zu 18 Metern Tiefe durch den See, im Winter auch schon mal in einer speziellen Heizweste. "Ab Mai haben wir unter Wasser eine Sichtweite von bis zu zehn Metern. Zusehen, wie die großen Hechte durch das Wasser gleiten, ist einfach nur schön", schwärmt Hücklekemkes. Für Tauchanfänger bietet der Verein zwei Übungsplattformen in drei und sechs Meter Tiefe an. Wer die Lust verspürt, einfach mal abzutauchen, darf sich auf der Homepage des Clubs (www.tca-mobula.net) zu einem kostenlosen Schnupperkurs anmelden.

Untereinander pflegen die Vereine ein sehr freundschaftliches Verhältnis, besuchen sich gegenseitig bei Sommerfesten oder fachsimpeln am Ufer. Geselligkeit wird auch bei den Alpener Windsurfern groß geschrieben, selbst wenn die Mitgliederzahl von mehr als 1000 in den für Surfer goldenen 80er-Jahren auf mittlerweile 130 geschrumpft ist. "Zum einen ist das Stand Up Paddling (SUP) der neue Trend und zum anderen bietet der See klassischen Surfern nur mäßige Windverhältnisse", erläutert der Vereinsvorsitzende André Cremer. Wer dennoch vom Wind getrieben übers Wasser gleiten möchte, braucht Geduld und ein Wohnmobil. "Unsere Mitglieder verbringen schon mal ein ganzes Wochenende auf dem Vereinsgelände in der Hoffnung auf Surfwetter", so Cremer.

(erko)