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Heimat in Leverkusen und Leichlingen: Alte Liebe - darum ist es am Rhein so schön

Heimat in Leverkusen und Leichlingen : Alte Liebe - darum ist es am Rhein so schön

Zum Auftakt unserer Serie befragten wir die Stadtoberhäupter von Leverkusen und Leichlingen, was ihnen die Heimat bedeutet. Ihre Lieblingsorte? Uwe Richrath, der in Rheindorf aufgewachsen ist, mag besonders das Rheinufer. Frank Steffes das Leichlinger Weltersbachtal.

"Heimat", sagt Uwe Richrath, "ist ein emotionaler Zustand". Seine Heimatstadt ist Leverkusen, und das bereits in der dritten Generation. Seine Eltern und Großeltern lebten bereits hier. "Ich bin hier verwurzelt", sagt Richrath, der seit 2015 die Geschicke der Stadt als Oberbürgermeister lenkt. Aufgewachsen ist er in Rheindorf, und so ist es kein Wunder, dass vor allem der Rhein seine Kindheitserinnerungen prägt.

Foto: Miserius Uwe

"Ich habe schon als Junge oft am Rhein gesessen, vom Ufer aus die Frachtschiffe vorbeiziehen sehen und ihr Tuckern gehört, sie waren damals noch lauter als heute", erinnert er sich. Die alte Liebe zum Rhein ist bis heute geblieben. "Ich jogge jeden Tag zwischen Rheindorf und Hitdorf, immer am Fluss entlang, gerne auch in der Abenddämmerung", sagt Richrath. "Ich kann jedem den Sonnenuntergang am Rhein nur empfehlen."

Zur Kindheit gehört für den Oberbürgermeister die Anbindung an die Kirche, die katholischen Jugendgruppen und natürlich auch der alte Karnevalssaal in Rheindorf. Dort hat er, der 1961 geboren wurde, in den 70er Jahren als Spüljunge gearbeitet. "Da habe ich alle Kölner Karnevalsgrößen erlebt." Die Büttenreden, die kölschen Lieder, das Schunkeln und Feiern gehörten dazu. Verständnisprobleme gab es damals nicht, war ihm das Rheindorfer Platt bereits von seiner Mutter in die Wiege gelegt worden. Der Rhein, der Dialekt und nicht zuletzt die Familie - das sind für den Oberbürgermeister wichtige Säulen, auf denen sich sein Heimatgefühl gründet. "Heimat", sagt Richrat, "ist da, wo meine Familie ist." Er ist verheiratet und hat einen 19-jährigen Sohn, die Mutter wohnt gleich nebenan. "Wir sind ein starker Familienverband."

Uwe Richrath reist gerne - nicht nur beruflich, auch privat schätzt er es, Neues kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen. "Heimat", sagt er, "darf nicht einengen." Und zugleich kennt er die Sehnsucht, die immer dann bei ihm aufkommt, wenn eine Reise zu lange dauert. Man kann es auch "Heimweh" nennen.

(bu)