Ratingen: Grünes Licht fürs Schwarzbach-Quartier

Ratingen : Grünes Licht fürs Schwarzbach-Quartier

In nicht-öffentlicher Sitzung billigte der Rat den Entwurf des wichtigen Erschließungsvertrages.

Der vom Rat abgesegnete endgültige Entwurf des Erschließungsvertrages für das Schwarzbach-Quartier in Ratingen Ost ist ein Meilenstein auf dem langen Weg zu einem erfolgreichen Projektabschluss. Thore Marenbach, Geschäftsführer des Leverkusener Entwicklers Cube Real Estate, will seine Erleichterung gar nicht verhehlen. „Jetzt können wir richtig loslegen“, betonte Marenbach im RP-Gespräch.

Was wurde in nicht-öffentlicher Sitzung genau beschlossen? Der Vertrag regelt den Bau der notwendigen Erschließungsanlagen für das neue Büroquartier und schafft eine Grundlage für die Bebauung der Grundstücke an der Balcke-Dürr-Allee. Dazu überträgt die Stadt die Herstellung der Erschließungsanlagen im Vertragsgebiet an einen Fonds, der durch den Londoner Investment-Manager Infrared Capital Partners (IRCP) vertreten und verwaltet wird.

Das Besondere: Der Vertrag legt eine Kostenbeteiligung des Investors an weiteren Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von 6,5 Millionen Euro fest. Infrared setzt das Projekt gemeinsam mit dem Leverkusener Entwickler um, der sich zurzeit auch um Interessenten für ein Hotel bemüht, das auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Areal entstehen soll. Man befinde sich in Gesprächen, betonte Marenbach.

Herzstück des Vertrages ist ein grüner Campus, der für jedermann zugänglich ist. Insgesamt werden 21.000 Quadratmeter als Frei- und Grünflächen geplant. Marenbach betonte: „Somit dürfte das Schwarzbach-Quartier eines der grünsten neuen Büroquartiere dieser Größe in Deutschland sein.“

Das sogenannte Freiflächenkonzept sieht eine Bepflanzung vor, die den Jahreszeitenverlauf auch farblich widerspiegeln soll. Innerhalb des Quartiers wird es keinen motorisierten Individualverkehr geben. Die Garagen werden je nach Anforderungen mit E-Bike-Stationen und E-Ladesäulen ergänzt. Marenbach erklärte: „Die grüne Quartiersmitte bildet städtebaulich eine direkte Verbindung zwischen dem Bahnhof Ratingen Ost und der angrenzenden Wohnbebauung und kann sich dadurch zu einem neuen Treffpunkt für die Ratinger Nachbarschaft entwickeln.“

Der Ausbau der Balcke-Dürr-Allee und der Josef-Schappe-Straße ist fest vorgesehen, zudem sollen der Umbau des Ernst-Dietrich-Platzes sowie neue Fuß- und Radwege innerhalb des Quartiers die Verkehrsführung verbessern.

Eine Fertigstellung der verkehrstechnischen Maßnahmen an der Josef-Schappe-Straße und der Anschluss an die Kokkolastraße sind fürs erste Quartal 2021 geplant, der Ausbau der Balcke-Dürr-Allee soll bereits im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Zur Erhaltung und Pflege der grünen Freiflächen plant der Investor den Einsatz eines übergreifenden Quartiersmanagements, das sich auch um Themen wie Grünpflege und Winterdienst kümmern soll.

Anwohner in Ratingen Ost beobachten den Verlauf des Projektes mit kritischem Blick. Sie sind in großer Sorge, dass der Verkehr drastisch zunehmen wird. Marenbach unterstrich: „Dass der Investor viel Geld für wichtige Infrastrukturmaßnahmen in die Hand nimmt, ist ein deutliches Signal.“

Mehr von RP ONLINE