Mönchengladbach: Gladbacher Schläger auf der Flucht

Mönchengladbach: Gladbacher Schläger auf der Flucht

Der 15-Jährige, der am Mönchengladbacher Hauptbahnhof zwei Frauen krankenhausreif geprügelt hat, ist bei der Polizei wegen verschiedener krimineller Delikte bekannt. Doch wurde er bislang nie bestraft. Die Fahndung nach seinen Mittätern brachte bislang keinen Erfolg.

Nach der Prügelattacke am Mönchengladbacher Hauptbahnhof fahndet die Bundespolizei immer noch nach den beiden Jugendlichen, die am Pfingstsamstag zusammen mit einem gefassten 15-Jährigen zwei Frauen brutal zusammengeschlagen haben. Die zwei Flüchtigen sollen ebenfalls im Teenageralter sein und südländisch aussehen. Einer trug einen gelben Gipsverband. Der 15-Jährige soll auf die 39 Jahre alte Kölnerin eingeschlagen haben, als die Frau die Jungen aufforderte, mit dem Fußballspielen in der Bahnhofshalle aufzuhören. Auch die Freundin des Opfers, eine 35-jährige Mönchengladbacherin, wurde attackiert und verletzt.

Filmaufnahmen, die den Hergang des Geschehens dokumentieren, gibt es nicht. Zwar hat die Bahn nach eigenen Angaben am Mönchengladbacher Hauptbahnhof 19 Überwachungskameras installiert, doch dienen die wohl eher dazu, Reisende in Sicherheit zu wiegen, als bei der Ermittlung von Straftätern zu helfen. Die Bilder der Kameras werden nach Bahnangaben nämlich nicht aufgenommen, sondern nur "live" in eine Überwachungszentrale nach Aachen gesendet. Dort stehen gerade mal vier Monitore bereit, um das Geschehen von 23 Bahnhöfen wiederzugeben. Laut Bahn wechseln die Bilder ständig. Zum Tatzeitpunkt sei nur ein Mitarbeiter im Einsatz gewesen

Laut Deutscher Bahn gibt es jedoch eine Reihe von größeren Bahnhöfen wie Köln oder Düsseldorf, in denen das Geschehen aufgezeichnet werde. An welchen Bahnhöfen die Technik eingesetzt werde, sei gemeinsam mit der Bundespolizei beschlossen worden.

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Der 15-Jährige, der von einer Streife der Bundespolizei gefasst wurde, schweigt zu den Vorwürfen. Er wurde nach dem Vorfall von seinem Vater abgeholt und befindet sich nun bei seinen Eltern. Der Junge fiel bereits wegen Gewaltdelikten und eines Raubes auf. Beim Jugendamt ist er aktenkundig – allerdings nicht wegen Straftaten. In Untersuchungshaft muss er nicht. "Es besteht keine Fluchtgefahr, und eine Wiederholungsgefahr hätte man nur zugrundelegen können, wenn der Junge schon einmal wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden wäre", sagt Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff.

Für Kinder und Jugendliche, die wiederholt stehlen, rauben und schlagen, gibt es in Mönchengladbach ein Intensivtäter-Programm von Jugendamt, Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe. Nun soll überprüft werden, ob der Bahnhofs-Schläger in das Programm aufgenommen wird. Allerdings gibt es nur 25 Plätze..

Die Polizei hat eine Servicenummer (Tel. 0800 688 80 00) eingerichtet, unter der sich Zeugen der Tat im Bahnhof melden können.

(RP)
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