Uwu Lena: "Schland o Schland": WM-Hit aus dem Internet (mit Video)

Uwu Lena: "Schland o Schland": WM-Hit aus dem Internet (mit Video)

Eine Gruppe Münsteraner Studenten hat mit ihrem selbst gedrehten "Youtube"-Video "Schland o Schland" einen Hit im Internet gelandet. Jetzt bringt Universal Music den Song als Single raus.

Eigentlich sollte es nur eine witzige Parodie auf den neuen deutschen Superstar Lena sein, ein Geck, nichts weiter. Jetzt, zwei Wochen später, haben die Münsteraner Studenten um Christian Landgraf einen Plattenvertrag abgeschlossen, morgen kommt ihre Single "Schland o Schland" heraus — und es sieht ganz so aus, als könnte aus dem harmlosen Studenten-Scherz die WM-Hymne des Sommers werden.

Eine musikalische Blitzkarriere, die damit begann, dass sich Landgraf aus Langeweile eine neue Version von Lenas Superhit "Satellite" ausdachte. Er trommelte seine Freunde zusammen, man traf sich im Münsteraner Südpark und drehte einen Videoclip zu der neuen "Satellite"-Version: Die Studententruppe tanzt in Fan-Kluft und mit Vuvuzelas durch den Park. Landgraf hüpft als Lena verkleidet mit dunkelhaariger Perücke und schwarzem Kleidchen durchs Bild, dazu singen sie "Satellite" — allerdings mit ihrem neuen deutschen Text: Statt "Love, oh love" heißt es nun "Schland o Schland". "Schland" ist die Abkürzung von "Deutschland" und geht auf einen Wortfetzen zurück, den Stefan Raab in seiner Sendung "TV Total" als Ausschnitt eingeblendet hatte. Der Entertainer ließ sich den Ausdruck rechtlich schützen, seine Firma vertreibt sogar T-Shirts mit dem Schriftzug "Schland!".

Eine Stunde Dreharbeiten, das war alles: Die Münsteraner veröffentlichten den Videoclip auf einer eigens eingerichteten Website mit dem Titel www.schlandrut.de und nannten sich "Uwu Lena", eine Wortkreation aus Vuvuzela, Uwe Seeler und Lena. Das Video wurde sofort hundertfach abgerufen, innerhalb kürzester Zeit landeten dutzende Kopien des Clips auf der Internet-Plattform "Youtube". Dort wurde der Beitrag so oft angeklickt, dass Stefan Raab und der Musikverlag EMI, der die Rechte an dem Original-Song besitzt, auf die gefälschte Version aufmerksam wurden: Man schaltete Anwälte ein, es gab Streit, das Video musste zwischenzeitlich aus dem Netz genommen werden.

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Doch da war es längst zu spät: Die deutsche "Satellite"-Version hatte sich bereits über das Internet verbreitet, es kursierten dutzende Versionen bei "Youtube" und auf den Tauschbörsen im Internet konnte der Song heruntergeladen werden. Auf "Facebook" und "Twitter" forderten die Fans das Lied zurück: "Wir, die Fans, wollen Schland o Schland wieder hören dürfen! Wir möchten, dass das Lied wieder ganz legal verbreitet werden darf." Innerhalb von nur knapp zwei Wochen war das "Youtube"-Video bereits mehr als 400 000 mal abgerufen worden.

Also setzte man sich zusammen: Die Studenten, die "Satellite"-Songautoren John Gordon und Julie Frost, die Plattenfirma Universal Music Group und Produzent Stefan Raab verhandelten. Das Ergebnis: Universal Music hat mit den Münsteranern einen Vertrag abgeschlossen. Schon morgen soll die Single in den Läden stehen. "Ich finde es super, dass die Jungs einen Plattenvertrag bekommen", sagte Raab. Seine Firma Brainpool will den Song sogar produzieren.

Die Studenten wissen nicht recht, was sie von dem unerwarteten Ruhm halten sollen. Sie beteuern, dass sie so etwas nie geplant hatten. Mittlerweile hat "Uwu Lena" ein Video bei Youtube veröffentlicht, dass sie bei Pizza und Bier in ihrer Münsteraner Studentenbude zeigt. So haben sie den Plattenvertrag gefeiert. Wie Studenten eben.

(RP)
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