Erstklassige Restaurant in NRW „Gault&Millau“ zeichnet besonders Köchinnen aus

Düsseldorf · Der Gastronmieführer „Gault&Millau“ kürt deutschlandweit die besten Restaurants. Welche Lokale in NRW abräumen und warum in diesem Jahr besonders Köchinnen im Fokus der Kritiker stehen.

Spitzenköchin Douce Steiner vom Restaurant "Hirschen" in Sulzburg wurde als erste "Köchin des Jahres" ausgezeichnet.

Spitzenköchin Douce Steiner vom Restaurant "Hirschen" in Sulzburg wurde als erste "Köchin des Jahres" ausgezeichnet.

Foto: dpa/Uwe Lein

Auf rund 900 Seiten hat der Gastronomieführers „Gault&Millau“ am Montag seine Empfehlungen für ausgezeichnete Restaurants in Deutschland präsentiert. Unter den vier besten Lokalen Deutschlands ist auch eine Adresse in Nordrhein-Westfalen. Das „Vendôme“ in Bergisch Gladbach wurde erneut mit fünf roten Hauben ausgezeichnet. Spitzenkoch Joachim Wissler kocht dort bereits seit 23 Jahren. Nächstbestes Restaurant in NRW ist mit vier schwarzen Hauben das „Ox&Klee“ in Köln. Das Restaurant wurde von drei roten Hauben aufgewertet. „Unsere Arbeit hat sich ausgezahlt“, schreibt Daniel Gottschlich, Küchenchef und Inhaber des Restaurants, in einer Pressemitteilung. Zudem lobte er die Arbeit seines Teams: „Insgesamt konnten wir gemeinsam eine bessere Leistung abgeben, weil wir als Team zusammengewachsen sind. Mein Team lebt meine Vision.“

„Gault&Millau“ vergibt jährlich jeweils eine bis fünf Hauben, wobei eine Haube für ambitionierte Küchen vergeben werden und fünf Hauben für erstklassige Restaurants. Die besten Lokale einer Kategorie bekommen zudem keine schwarzen sondern rote Hauben.

Erstmals von „Gault&Millau“ prämiert wurden in NRW unter anderem die Restaurants „Fritz's Frau Franzi“ in Düsseldorf und „intensiu“ in Hilden (jeweils drei schwarze Hauben). Zu den Newcomern gehören aber auch das „Kettner’s Kamota“ in Essen (zwei rote Hauben), das „Porte Neuf“ in Detmold (zwei schwarze Hauben), das „PUR Essen&Trinken“ in Krefeld und das „Landhaus Köpp“ in Xanten (jeweils eine rote Haube). Zahlreiche Restaurants in NRW konnten sich im Ranking zudem verbesser, sieben Lokale wurden durch die Kritiker jedoch auch abgewertet. Dies betrifft unter anderem das „Restaurant Maximilian Lorenz“ in Köln (zwei rote Hauben), das „Phoenix Restaurant & Weinbar“ in Düsseldorf (zwei schwarze Hauben) und das „Herzog von Burgund“ in Neuss (eine rote Haube).

Erstmals seit 40 Jahren hat der Restaurantführer in diesem Jahr auch eine „Köchin des Jahres“ prämiert. Die Auszeichnung ging am Montag an Douce Steiner vom „Hirschen“ in Sulzburg südlich von Freiburg. Laut den Kritikern sei das Restaurant ein „einzigartiger Gunstort von südlicher Leichtigkeit und badischem Eigensinn“, dessen „klassisch grundierte Hochküche für das 21. Jahrhundert“ gefeiert werde. Auch alle anderen Auszeichnungen wie „Entdeckung des Jahres“ und „Gastronomin des Jahres“ gingen in diesem Jahr ausschließlich an Frauen. „Gute Küche ist keine Frage des biologischen Geschlechts“, heißt es im Eingangswort von Chefredakteur Christoph Wirtz dazu. „Jahrzehntelang war die Spitzenküche ein Umfeld, das Frauen mehr duldete als förderte“, so Wirtz. Inzwischen würde sich das aber ändern. Die Auszeichnungen an Frauen sollen auch ein Zeichen setzen.

„Gault&Millau“ empfiehlt nach eigener Aussage die 1000 besten Restaurants in Deutschland. Er gilt neben dem „Guide Michelin“ als wichtigster Gourmetführer. Früher wurden bis zu 20 Punkte an Restaurants vergeben, darauf wird seit einiger Zeit verzichtet.