Bonn: Frau misshandelt: Bewährung für Angeklagte

Bonn: Frau misshandelt: Bewährung für Angeklagte

Im Fall einer schwer misshandelten und vergewaltigten Frau ist die Angeklagte vom Landgericht Bonn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht verhängte gegen die 29-jährige Deutsche wegen gefährlicher Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung ein Jahr und fünf Monate auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und neun Monate auf Bewährung gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Der Anwalt der 29-Jährigen kündigte Revision an.

Das Opfer war von der Verurteilten und deren Ehemann in dem Haus eines Ehepaares in Ruppichteroth nahe Bonn misshandelt und vergewaltigt worden. Die Vergewaltigungen gehen laut Gericht auf das Konto des Ehemannes der 29-Jährigen. Er sei der "Haupttäter", der "Initiator", sagte der Richter. Ursprünglich war der Mann mitangeklagt. Vor Prozessbeginn war er jedoch gestorben.

Die Taten liegen mehr als vier Jahre zurück: Das Opfer, eine damals 23 Jahre alte Frau, hatte ab Sommer 2013 einige Monate bei dem Ehepaar gewohnt. Kennengelernt hatten sich die drei auf einem Feuerwehrfest. Da die 23-Jährige zu der Zeit keine Wohnung hatte, nahm das ungleiche Ehepaar - sie war 25, er 45 Jahre alt - die junge Frau auf, für 150 Euro Kostgeld im Monat.

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Was in den folgenden Monaten passierte, nannte der Richter "mentale Umprogrammierung" und "Gehirnwäsche". Immer wieder wurde die Frau schwer misshandelt, mit Gerten und Bambusstöcken - um sie "gefügig" zu machen und ihren Willen zu brechen. Bilder, die auf dem Laptop des Verstorbenen gefunden wurden, zeigten laut Gericht die Verletzungen der Frau. Immer wieder wurde sie auch vergewaltigt. Dass die Ehefrau von allen Fällen wusste, sei allerdings nicht zu beweisen, sagte der Richter.

(dpa)
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