Weeze: Flughafen Weeze will Anteile verkaufen

Weeze: Flughafen Weeze will Anteile verkaufen

Der Flughafen Weeze hat dem Kreis Kleve als Kreditgeber mitgeteilt, dass er die Zinsen für ein erst im vergangenen Jahr bis 2016 gestundetes Darlehen in Höhe von insgesamt 34 Millionen Euro nicht erbringen kann. Investor Herman Buurman, ein Niederländer, und Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber beantragen, die 2011 vierteljährlich anstehenden Zinsen frühestens Ende des Jahres zahlen zu müssen. Sollte dies auch dann nicht möglich sein, bieten sie dem Kreis an, Flughafen-Anteile im Gegenwert der jährlich ausstehenden 1,3 Millionen Euro zu kaufen.

Landrat Wolfgang Spreen scheint sich auf das Geschäft einlassen zu wollen und hat die Option auf den Kauf von Anteilen auf die nächste Sitzung des Kreisausschusses gesetzt. Bislang hatte sich die CDU-Mehrheitsfraktion (anders als die SPD) stets gegen eine höhere Beteiligung am Airport ausgesprochen. Buurman hält mit 99,93 Prozent die große Mehrheit, während Kreis und Gemeinde Weeze sich die restlichen 0,07 Prozent teilen. Mehr Anteile würden auch mehr Risiko bedeuten, weswegen der Kreis ein größeres Engagement bisher ablehnte. Als Gegenwert für die eher symbolische Teilhabe hat der Kreis sich ein Vorkaufsrecht für den Flughafen gesichert.

Der Flughafen Weeze hatte 2010 fast drei Millionen Passagiere und rechnet für 2011 durch die Auswirkungen der Luftverkehrsabgabe mit nur noch 2,3 Millionen Fluggästen. Die Gewinnerwartung des Airports wurde um 50 Prozent reduziert. Ryanair als Hauptnutzer des Flughafens hat zwei Maschinen von seiner Niederrhein-Basis abgezogen, andere Fluggesellschaften streichen ebenfalls Verbindungen. Dennoch setzt der Kreis Kleve langfristig auf den Erfolg des Airports.

(RP)
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