Köln: Fehler beim U-Bahn-Bau löste Archiveinsturz aus

Köln: Fehler beim U-Bahn-Bau löste Archiveinsturz aus

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor mehr als neun Jahren ist nach Erkenntnissen des Hauptgutachters durch einen Fehler beim U-Bahn-Bau ausgelöst worden. Das hat Michael Greve, der Vorsitzende Richter im derzeit laufenden Strafprozess zu dem Einsturz, gestern in einer Sitzung gesagt. Die Einsturzursache steht demnach für den Gutachter Hans-Georg Kempfert eindeutig fest. Seine jahrelangen Nachforschungen hätten bestätigt, dass ein Loch in einer unterirdischen Wand für den Einsturz ausschlaggebend gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft vertritt im laufenden Strafprozess die These, dass Bauarbeiter beim Ausbau der geplanten U-Bahn-Haltestelle Waidmarkt direkt unter dem Archivgebäude 2005 auf einen Gesteinsblock gestoßen seien. Da sie dieses Hindernis nicht entfernt hätten, sei in der Betonwand der U-Bahn-Haltestelle ein Loch entstanden. Durch diese Fehlstelle seien am Tag des Einsturzes am 3. März 2009 durch aufgestauten Druck große Mengen Sand und Kies in die Baustelle hineingebrochen.

Bei dem Unglück kamen 2009 zwei Anwohner ums Leben. Die Schätze des bedeutendsten deutschen Kommunalarchivs wurden verschüttet. Nach Angaben der Stadt Köln beläuft sich der Sachschaden auf 1,2 Milliarden Euro

(dpa)