Düsseldorf: Ein Haus der Geschichte für NRW

Düsseldorf: Ein Haus der Geschichte für NRW

Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers sind sich einig: 65 Jahre nach Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen wird es Zeit, die Historie insbesondere für junge Leute angemessen zu präsentieren.

Mit seinen knapp 18 Millionen Menschen ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland – und ein wirtschaftlicher Riese obendrein. Dieses 1946 von der britischen Besatzungsmacht gebildete "Bindestrichland" verdiene ein eigenes "Haus der Geschichte", betont Eckhard Uhlenberg. Der CDU-Politiker ist seit einem Jahr Landtagspräsident und seither in Sachen "Haus der Geschichte" unermüdlich unterwegs.

Sein Vorstoß hat jetzt prominente Unterstützung bekommen: In einem Beitrag für unsere Zeitung pflichtet der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers seinem Parteifreund bei und meint, der 65. Geburtstag des Landes sei Anlass genug, der NRW-Geschichte einen "würdigen Raum in der Landeshauptstadt" zu geben, und zwar als gemeinsame Anstrengung von Land und Stadt Düsseldorf.

In Spanien, wo er soeben über den Jakobsweg gepilgert war, reagierte Uhlenberg hocherfreut über Elbers' Offerte: "Das begrüße ich sehr." Eine Immobilie hat er längst ausgeguckt: die Villa Horion unweit des 1988 eröffneten Landtags am Düsseldorfer Rheinufer, die selbst ein gewichtiges Stück Landesgeschichte verkörpert. Sie war früher Sitz des Landeshauptmanns der Rheinprovinz (zuletzt Johannes Horion) und ab Ende der 50-er Jahre bis 1999 Amtssitz der NRW-Ministerpräsidenten von Franz Meyers über Johannes Rau bis hin zu Wolfgang Clement, dem das Gebäude mit der Holzvertäfelung und den knarrenden Treppen allerdings zu unmodern war.

Was könnte in dem "Haus der Geschichte" gezeigt werden? Vielleicht auch eine Kopie jener Seite des Gästebuchs, in das sich die britische Queen 2004 im Landtag eingetragen hat? Uhlenberg plädiert dafür, nicht nur Fotos und Schriftstücke (sogenannte Flachware) auszustellen, sondern die Landesgeschichte gerade für junge Besucher spannend zu präsentieren. Deswegen müsse die Ausstellung "pädagogisch auf dem neuesten Stand sein", fordert er.

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Anregungen will sich Uhlenberg in Kürze im baden-württembergischen Haus der Geschichte in Stuttgart holen. Dieses war nach jahrelangem Tauziehen um die Kosten 2002 eröffnet worden. Neben einer Dauerausstellung zur Geschichte Südwestdeutschlands ab 1790 finden dort auch regelmäßig Wechselausstellungen statt, so etwa zum Thema Heimatvertriebene oder zu dem aus Württemberg stammenden "Wüstenfuchs" Erwin Rommel.

Im Herbst will Uhlenberg eine Expertengruppe um sich scharen, um erste Ansätze für ein Ausstellungskonzept zu entwickeln. Die Kosten für ein NRW-Haus der Geschichte sind zwar noch nicht abzuschätzen, aber immerhin gehört die Villa Horion, die vor einigen Jahren aufwendig renoviert wurde und in der nun der Petitionsausschuss arbeitet, bereits dem Landtag und damit dem Land.

Doch zusätzliche Mittel für die Ausgestaltung sind nötig. Verständlich, dass Uhlenberg umso mehr das Kooperationsangebot von Elbers zu schätzen weiß. "Durch die Unterstützung von Düsseldorf bekommt das Projekt starken Rückenwind", sagte er unserer Zeitung. Nach Rückkehr aus Spanien will sich der CDU-Politiker deswegen so rasch wie möglich mit dem Oberbürgermeister der wohlhabenden Stadt Düsseldorf zusammensetzen.

(RP)
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