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Detektiv von der Kö als Dieb verurteilt

Detektiv von der Kö als Dieb verurteilt

Vor dem Amtsgericht wurde gestern der Fall um einen früheren Detektiv einer Nobelboutique an der Kö verhandelt. Wie der 29-Jährige gestern zugab, ließ er in jenem Markengeschäft von 2007 bis 2010 eine Vielzahl von Einzelteilen für hochwertige Schreibgeräte, Schmuck und Armbanduhren mitgehen. Als Gesamtschaden gab die Boutique rund 20 000 Euro an. Die Idee des geständigen Angestellten, aus diesen Teilen dann neue Artikel zusammen zu setzen und über Internet zu versteigern, ging jedoch nach hinten los. Scheinkäufer seines Arbeitgebers überführten den Detektiv als Dieb.

Der Verlust exklusiver Einzelteile war in jener Boutique jahrelang nicht aufgefallen. Da die Firma aber den Markt für ihre Edel-Produkte auch im Internet überwacht, stießen Schein-Käufer des Betriebes 2010 auf lukrative Versteigerungsangebote aus Düsseldorf. Füller, Kugelschreiber, Schmuck und Uhren konnte dort einer der Anbieter liefern. Da sämtliche Produkte dieser Firma aber Seriennummern tragen, konnte nach Scheinkäufen schnell ermittelt werden, dass die Edel-Produkte aus Einzelteilen von der Kö-Boutique stammen müssen. Der Angeklagte, der das Unternehmen schon Monate zuvor verlassen hatte und seither als Kraftfahrer arbeitet, hatte zudem im Internet seine echte Adresse genannt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden dann weitere Edel-Produkte seines Ex-Brötchengebers entdeckt und beschlagnahmt.

"Diese Anklage gegen ihn ist völlig richtig", bestätigte sein Anwalt in der Verhandlung wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. Motive, Hintergründe oder die Überwachung in der Kö-Boutique wurden nach diesem Pauschal-Geständnis nicht mehr thematisiert. Da der 29-Jährige seit 2008 wegen Hehlerei vorbestraft war, plädierte der Staatsanwalt für ein Jahr Haft ohne Chance auf Bewährung. Der Richter übernahm das Strafmaß, gewährte er dem 29-Jährigen aber die Bewährungs-Chance. Als Auflage muss der Angeklagte allerdings jetzt 5000 Euro an die Staatskasse zahlen.

(RP)