Design-Studenten präsentieren sich

Design-Studenten präsentieren sich

Es ragt in den Raum hinein oder aus dem Ohr heraus – Objekte und Schmuck des Fachbereichs Design sind zurzeit im Untergeschoss der Fachhochschule zu sehen. In einer dreitägigen Schau zeigen die Bachelor-, Master- und Diplomabsolventen der Studiengänge "Kommunikationsdesign", "Applied Art and Design" und "Exhibition Design" ihre Arbeiten.

Katja Pusch hat sich einer männlichen Domäne gewidmet: der Krawatte. "Mann und Frau können sie auch teilen", dachte sich die Designerin und entwarf eine Messingschnalle, mit deren Hilfe sich aus der Krawatte ein Gürtel oder Halsschmuck machen lässt. Etwas seiner eigentlichen Funktion entwenden, das interessiert die 33-Jährige schon länger. Aus Badekappen hat sie Ringe hergestellt, aus Gartenschlauch Taschen. "Krawatten sind mir beim Flanieren über Flohmärkte immer wieder begegnet", sagt Pusch. So beschloss sie, ihre Geschichte zu ergründen. "Ludwig XIV. hat krawattenähnliche Tücher an kroatischen Soldaten gesehen und fand das so schick, dass er die Mode in Frankreich einführte", sagt Pusch. Dass das Accessoire gar nicht spießig sein muss, hat sie jetzt gezeigt.

Dem Möbeldesign hat sich Hendrike Roers verschrieben. Ein Lampenschirm aus filigran geschnittenem Pergament hängt neben einem Stuhl aus Holzfaserplatten. Roers hat die Scheiben weich geformt, so dass sie unter der Sitzfläche und hinter der Rückenlehne Schlaufen bilden. Einem ähnlichen Prinzip folgt auch ein Wandregal, das bereits für den Designpreis "Red Dot Award" nominiert ist. Aus Pergament hat sie Schmuck hergestellt, der an Ornamente aus der islamischen Kunst erinnern soll. "Bei einer Reise durch Andalusien haben mich diese Ornamente fasziniert", sagt die 27-Jährige.

Computertomografie (CT) kennt man eigentlich aus der Medizin. Bei Jochen Zäh wird sie zur Designmethode. "Ich will bewusst machen, was innen ist, was wir mit dem bloßen Auge nicht sehen können", erklärt Zäh seine Motivation. Faustgroße Objekte, die aussehen wie Korallen, hat er aus Kunststoffen hergestellt. Es sind die Einschüsse in Edelsteinen, durch CT bis ins kleinste Detail sichtbar gemacht und ums Vielfache vergrößert.

Die Abschlussarbeiten sind noch heute von 11 bis 20 Uhr und morgen von 11 bis 15 Uhr in der Fachhochschule, Georg-Glock-Straße 15, zu sehen.

(RP)