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Königswinter: Der Drachenfels bröckelt

Königswinter : Der Drachenfels bröckelt

Der Felsen erhebt sich über dem Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Immer wieder drohen Steine abzubröckeln. Jetzt muss der beliebte Eselsweg gesperrt werden. Für Wanderer gibt es aber Ausweichrouten.

Der erst zu Ostern 2014 nach rund dreijähriger Sperrung wieder freigegebene Eselsweg am Drachenfels muss erneut dicht gemacht werden. Grund ist ein Fels direkt unterhalb der Ruine, der so rissig und zerklüftet ist, dass die Gefahr besteht, dass sich Gesteinsbrocken lösen und auf den darunterliegenden populären Waldweg fallen. "Aus diesem Grund mussten wir sofort reagieren und haben heute den Eselsweg abgesperrt", sagte Udo Kotzea, Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Köln. Und das wird vermutlich für mindestens ein Jahr auch so bleiben. Sobald die Felssicherungsmaßnahmen abgeschlossen seien, soll der Weg wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Kotzea verkündete gestern im Rathaus von Königswinter aber auch eine gute Nachricht: "Der Drachenfels wackelt nicht insgesamt."

Der Schaden sei erst kürzlich aufgefallen, teilte die Bezirksregierung mit. Der Fels sei völlig mit Efeu überwachsen gewesen; nachdem dieser abgestorben sei, habe sich gezeigt, in welch schlechtem Zustand der Fels ist. Wie teuer die Sicherung des Felsen wird, lässt sich laut Thomas Metz von der Bezirksregierung noch nicht abschätzen. Auch das Wie ist noch nicht geklärt. "Netze sind an dieser Stelle nicht geeignet", so Kotzea. Überlegt werde, mit Felsnägeln zu arbeiten, gegebenenfalls müssten aber auch einzelne Brocken abgetragen werden. Nach Angaben des geologischen Dienstes NRW wurde der Drachenfels schon in den 70er Jahren mit Felsnägeln, sogenannten Ankern, stabilisiert. 38 halten den Felsen zusammen, zwei sind nun sanierungsbedürftig und sollen im Zuge der Sperrung repariert werden.

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Obwohl es sich nur um eine relativ überschaubare Gefahrenstelle handelt, müsse dennoch der gesamte obere Eselsweg zwischen Schloss Drachenburg und Drachenfelsplateau gesperrt werden, so Metz. Denn bereits bei der letzten Sperrung habe sich gezeigt, dass nicht wenige Besucher versuchten, sich an der Absperrung vorbei zu mogeln. "Ein Schild reicht da nicht." Daher habe man nun die Zugänge mit Gittern abgesperrt; die angebrachten Schilder weisen auf die "Akute Lebensgefahr" hin, die beim Betreten des Weges besteht.

Hans Peter Lindlar, Chef des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge und damit Eigentümer des Geländes rund um das Plateau, ist es wichtig klarzustellen: "Die Burgruine und das Plateau sind von der Sperrung nicht betroffen." Drei Wege führen weiterhin auf die Bergspitze, sie sollen zusätzlich ausgeschildert werden: Ab der Mittelstation entweder über den Kutschenweg oder direkt am Burghof über die Wiese. Kotzea geht davon aus, dass der Weg über die Wiese zugänglich sein wird. Und dann fahre ja auch, so Lindlar, "unsere wunderschöne Zahnradbahn" auf den Berg.

Der Weg war erstmals gesperrt worden, nachdem im Juni 2011 im unteren Bereich des Waldwegs ein Felsbrocken auf den Weg gestürzt war; im April 2014 konnte er nach 660.000 Euro teuren Sicherungsmaßnahmen wieder geöffnet werden. Zudem ist es möglich, dass sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz zu Wort melden wird. Die Naturschützer hatten die Felssicherungsmaßnahmen für unvereinbar mit den Schutzzielen für das Naturschutzgebiet und einen Wegfall des Eselswegs für vertretbar gehalten.

Hermann Joseph Nolden, Inhaber des Restaurants auf dem Gipfel des Drachenfelsen, sieht die Sperrung des Eselswegs gelassen. "Es wird keine negativen Konsequenzen auf meinen Betrieb geben", sagt er. Die Leute würden dennoch auf den Gipfel kommen. Auch bei der Sperrung 2011 habe er keine Einbußen gehabt.

(RP)