Der Dichter, die Stadt und der Preis

Der Dichter, die Stadt und der Preis

Ob Heine seinen Spaß daran hätte, wie schwer sich Düsseldorf einmal mehr tut, die Preisverleihung der nach ihm benannten (und hoch dotierten) Ehrung unfallfrei über die Bühne zu bringen? Vermutlich.

Er hatte einen Sinn für die Tücken des Lebens, in denen sich der nach Perfektion strebende Mensch so leicht verfangen kann. Nach der Peinlichkeit rund um Peter Handke, in die man damals völlig naiv tapste, hat man sich erneut nicht mit Ruhm bekleckert.Überhaupt eine Diskussion zuzulassen, in der es um einen früheren Neonazi und dessen Freund aus gemeinsamen Filmemacher-Zeiten geht – das war schon ein Fehler. Viel besser wäre es gewesen, man hätte sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Absicht der Freien Wähler, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, sehr schnell und interfraktionell auf eine Lösung geeinigt. Dass man sie erst jetzt fand, sozusagen im zweiten Anlauf, ist kein Ruhmesblatt für CDU und FDP. Zumal man sich ja in der Ablehnung der Kandidaten mit den anderen einig war und ist. ho-

(RP)
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