Consum zeigt Kunst aus Japan

Consum zeigt Kunst aus Japan

Der Blick aus dem Fenster eines Zuges. Rasend schnell fliegt die Landschaft vorbei. Kaum bleibt dem Auge Zeit, auf einem Punkt zu verweilen. Die Videoinstallation von Wolfgang Schäfer dokumentiert eine Reise durch Japan: Land des Lächelns, der Naturverbundenheit, der technischen Innovationen. Sie zeigt auch eine Reise durch ein Land, das nach der Katastrophe von Fukushima zu sich finden muss.

Mit der Ausstellung "Back from Japan" eröffnet die Hans Peter Zimmer Stiftung (HPZ) einen neuen Kreativbereich auf dem Gelände der ehemaligen Consum-Bäckerei: das Gästezimmer. Wie auf den Gängen eines Hotels gehen die Gästezimmer von einem hellen Hauptgang ab. Sie sind zugleich Ausstellungs- und Wohnort der Künstler. Die Werke sind in privater Atmosphäre arrangiert. Als Gäste der HPZ Stiftung lassen die Künstler jetzt die Besucher der Ausstellung zu ihren Gästen werden. Auf unterschiedliche Weise stellen die Bilder, Fotografien, Objekte und Filme eine Verbindung zu Japan her. Wie ein Netz legen sich die Verbindungen zwischen deutschen und japanischen Künstler über die Ausstellung.

Zu den Bewohnern des Gästezimmers gehört Hiroyuki Murase. Er benutzt Shibari, die japanische Form der Batik. Auch die Fotokünstler Katja Stuke und Oliver Sieber, deren Werke größtenteils in Osaka entstanden, leben hier. Während Sieber mit Porträts die Subkulturen Japans fern des Mode-Wahns abbildet, wandelt Stuke Werbung in Porträts um. In einem anderen Zimmer sind die Objekte der Akademie-Studentin Isabella Fürnkäs zu sehen. Sie spielt mit Materialien wie Nylon und Watte, um japanische Charakteristika wie das Bestreben nach Konformität abstrakt darzustellen.

Am morgigen Samstag wagen die Bewohner des Gästezimmers einen Blick in die Zukunft. Unter dem Titel "Futuresketch" wird um 20 Uhr die heilende Kraft der Kunst diskutiert. Die Lesung der Autorin Akira Kuroda aus ihrem Essay "Psychopomp" und der Film "The Origin Of Butoh" werden das Gespräch anstoßen.

Die Ausstellung "Back from Japan" verharrt nicht in der Trauer, sondern schaut mit Spannung auf ein Land, das Kraft schöpfen muss um einen Neuanfang zu wagen.

Bis 30. März, Consum, Ronsdorfer Straße 77a, Do-So 14-18 Uhr

(RP)
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