Christine Kaufmann kommt

Christine Kaufmann kommt

Wenn am kommenden Freitag im "Theater an der Kö" die erste Premiere des Jahres ansteht, ist es wie fast immer: Mit mindestens einem der Hauptdarsteller verbindet René Heinersdorff eine langjährige Bekanntschaft, oft genug auch echte Freundschaft. Nun konnte er für "Herbstgold" zum ersten Mal die Schauspielerin Christine Kaufmann nach Düsseldorf locken. "Wir kennen uns seit gut zwei Jahrzehnten, damals drehten wir zusammen einen Werbespot", erzählt der Theaterleiter. Dabei handelte es sich um einen "halb ehrenamtlichen" Einsatz für die "Glücksspirale", der aber immerhin von dem renommierten Regisseur Günter Gräwert in Szene gesetzt wurde.

An die Dreharbeiten hegt Heinersdorff vergnügliche Erinnerungen: "Die Dritte im Bunde war Hildegard Knef. Sie hatte Probleme, sich ihren Text zu merken und verdrehte die Sätze in Loriot-Manier dermaßen schrullig, dass Christine Kaufmann einen Lachanfall bekam und neu geschminkt werden musste."

Diese Begebenheit hatte auch die Münchner Schauspielerin nicht vergessen, als Regisseur Folke Braband bei ihr anfragte, ob sie Lust auf den rheinischen Boulevard hätte. "Sie war seine Wunschbesetzung", sagt René Heinersdorff. Auch seine? "Absolut. Für diese Rolle ist sie ideal. Sie hat den verhaltenen Sex, den man dafür braucht, das leicht Esoterische, das ganz feine Spinnerte. Ich glaube, auch ihr war das von Anfang an klar."

Folke Braband ist zugleich der Autor, "Herbstgold" sein zweites Theaterstück. Christine Kaufmann spielt eine Witwe im Schneckenhaus der Trauer. Daraus will ihre Tochter sie endlich befreien und sorgt dafür, dass sie auf einen ebenfalls verwitweten, aber äußert lebensfrohen Herrn trifft (Volker Conradt). Auf der Bühne hatte sich Christine Kaufmann in den vergangenen Jahren eher rar gemacht. Ihr Düsseldorfer Auftritt (bis 4. März) bedeutet für sie daher auch eine Art "Theater-Revival".

(RP)