Bushido rappte in halb voller Halle

Bushido rappte in halb voller Halle

Bushido ist sich sicher: Dieses Konzert ist das beste seines Lebens. Das jedenfalls will er gleich nach dem ersten Song erkannt haben, und für den Rest seines Auftritts findet er Düsseldorf "krass". Glauben muss man ihm das nicht, gerade weil er es nach jedem Stück noch mal sagt. Die Dauerschleife ist ein Prinzip, der Schlüssel seines Erfolges: Er wiederholt alles so lange, bis sich auch der Letzte ergibt.

Als Bushido vor zehn Jahren der Durchbruch gelang, machte er das genauso: Er rappte vom Gangster-Dasein, bis man ihn einen Gangster-Rapper nannte. Dann hielt er sich für den Größten und war plötzlich die große Nummer im deutschsprachigen Hiphop. Er hatte das einfach oft genug wiederholt. Was er sagt und singt, wird seitdem beachtet – gut finden muss man ihn trotzdem nicht. Denn eines kann Bushido nicht: Gut rappen. Absolut nichtssagend reimt der 33-Jährige, jetzt bietet er männliche Allmachtsfantasien und empathischen Schwiegermutter-Rap. Wo genau er steht, das weiß Bushido in der halb vollen Mitsubishi Electric Halle selbst nicht. Inspiriert sind Titel wie "Alles verloren" vom beinharten amerikanischen Hiphop. Bushido bierernst: "Ihr könnt mich abführen/ Hunderttausend Kriminelle, die mein Album kaufen, könnt ihr diese Macht spüren." Nonsens ist das, nicht der Untergang des Abendlandes.

Richtig unangenehm wird der Berliner zwischen den Stücken. Einer 19-jährigen Zuschauerin empfiehlt er den Besuch einer Abendschule. Das ist entwürdigend. Einen 17-Jährigen bittet er unter Buhrufen auf die Bühne, beirren aber lässt der sich davon nicht. Der Fan rappt den Hit "Zeiten ändern dich" – sichtlich nervös. Bushido steht da und staunt. Viel besser kann er das auch nicht. KLAS LIBUDA

(RP)
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