Boulevard für Japan am Kö-Bogen

Boulevard für Japan am Kö-Bogen

OB Elbers will vor den Libeskind-Bauten Kirschbäume pflanzen und schlägt gemeinsam mit Bürgermeisterin Strack-Zimmermann vor, die Promenade nach der Düsseldorfer-Japanischen Freundschaft zu benennen. Weitere Ansichten des Projekts zeigen Tunnelrampen und Straßenbahnmasten.

Wenn 2013 die neuen Libeskind-Bauten fertig sind, sollen auf den Stufen zum Hofgarten japanische Kirschbäume gepflanzt werden. Bereits vor Wochen hatte OB Dirk Elbers (CDU) mit Blick auf die besonders engen Beziehungen zwischen Düsseldorf und Japan diesen Vorschlag gemacht. "Das war vor den schrecklichen Ereignissen in Japan", wie Elbers betont. Seine Idee könnte jetzt jedoch eine besondere Symbolkraft bekommen.

Denn gemeinsam mit FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann macht sich Elbers dafür stark, die neu gestaltete Promenade entlang des Gewässers Landskrone als Boulevard nach der Düsseldorfer-Japanischen Freundschaft zu benennen. "Das wäre ein starkes Signal an unsere japanischen Freunde", sagt Elbers. "Ein Symbol für gelebtes Miteinander" nennt es Strack-Zimmermann. Nicht wegen der Katastrophe, sondern vor allem wegen des 150-jährigen Bestehens der japanisch-deutschen Beziehungen. In Düsseldorf leben rund 7000 Japaner – nach London und Paris die drittgrößte Gemeinde Europas.

Die Gestaltung der Freiflächen beim Kö-Bogen – mit dem geplanten Abriss der Hochstraße Tausendfüßler im zweiten Schritt – hatte in den vergangenen Wochen für Debatten gesorgt. Elbers und die Fachdezernenten hatten stets betont, dass Details erst im Laufe des Verfahrens erarbeitet werden. Kritiker warfen der Stadt jedoch mangelnde Transparenz vor. Mit dem Info-Pavillon, der heute um 12 Uhr auf dem Schadowplatz eröffnet wird, will das Rathaus die Vorwürfe entkräften. In dem Pavillon und in dem Ratsbeschluss zur Gestaltung, der am Freitag in der Bezirksvertretung 1 diskutiert wird, sind Details und Varianten zum ersten Bauabschnitt zu sehen. Auch externe Anregungen sind aufgeführt. Auf Anregungen von Bürgern und Vereinen gibt die Stadtverwaltung Antwort. Im Pavillon wird zudem ein neuer Film zum Kö-Bogen zu sehen sein.

Bei der Promenade kann der Rat zwischen drei Möglichkeiten entscheiden: Stufen ohne Bäume, eine gerade Reihe der japanischen Kirschbäume oder eine versetzte Variante. Neben der Anbindung der Kö an den Hofgarten werden auch neue Plätze entstehen: im Kreuzungsbereich von Berliner Allee und Schadowstraße sowie zwischen Johanneskirche und Schadow Arkaden. Die Schadowstraße soll gestalterisch und mit Bäumen aufgewertet werden. Ob sie, wie von vielen Einzelhändlern gewünscht, zur Fußgängerzone wird, entscheidet ein gesondertes Verfahren.

Um eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt zu garantieren, hält das Rathaus daran fest, die Straßenbahnlinien 701, 706 und 715 wie bisher von der Kaiserstraße zur Berliner Allee zu führen. Kritiker hatten eine andere Linienführung gefordert, damit nach dem Abriss des Tausendfüßlers gar kein Verkehr mehr die Hofgartenhälften trennt. Geplant sind nun Rasengleise. Durch ein Absenken der Gleis-Trasse um 30 Zentimeter und weitere Gestaltungselemente soll ein sicheres Queren der Gleise nur an bestimmten Stellen möglich sein.

(RP)