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Tipps für Ferien in NRW: Düsseldorfs grüne Seite in der Urdenbacher Kämpe

Tipps für den Urlaub nebenan : Die Urdenbacher Kämpe in Düsseldorf entführt in eine andere Welt

Ein Eisvogel am Ufer, Lianen am Wegesrand und andere Pflanzen, die nur dort in Düsseldorf wachsen. Eine Wanderung durch die Urdenbacher Kämpe führt durch eine einzigartige Naturlandschaft.

Wenn in Düsseldorf von der „Zehn-Minuten-Stadt“ die Rede ist, geht es meist um die kurzen Wege von der Innenstadt zum Flughafen oder zur Messe. Aber auch ins Grüne geht es schnell. Keine halbe Stunde vom Zentrum entfernt und in bequemer Spazierweite vom Zentrum des Benrather Stadtteils liegt die Urdenbacher Kämpe. Sie ist mit rund 316 Hektar Fläche das größte Naturschutzgebiet der Landeshauptstadt.

Die Rheinaue wird regelmäßig bei Hochwasser vom Fluss überschwemmt. Das hat eine besondere Naturlandschaft geprägt – auf den Feuchtwiesen können Pflanzen gedeihen, die nirgends sonst in Düsseldorf einen geeigneten Lebensraum finden. In der Kämpe gibt es außerdem Hunderte Obstbäume, die in ihrer Blütezeit einen farbenprächtigen Anblick bieten, Lebensraum für verschiedene Tierarten – und zahlreiche Wege für ausgedehnte Wanderungen.

„Die vielfältige Landschaft der Urdenbacher Kämpe ist etwas sehr Besonderes“, sagt Elke Löpke, Geschäftsführerin und Wissenschaftliche Leiterin der Biologischen Station auf Haus Bürgel. Das über 2000 Jahre alte ehemalige Römerkastell ist ein Bau- und Bodendenkmal; die dort angesiedelte Biologische Station soll die Naturschätze Düsseldorfs und des Kreises Mettmann bewahren.

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Die Diplom-Biologin empfiehlt als besonders erlebenswert den Weg am Urdenbacher Altrhein. Er darf seit 2014 wieder in seinem alten Bett fließen; damals hatte die Bio-Station zusammen mit der Stadt einen Sommerdeich an zwei Stellen geöffnet. Auf beiden Seiten des Wanderweges fließt heute langsam das Wasser. „Die Wanderer haben hier sehr gute Chancen, einen Eisvogel zu beobachten, man hört die Frösche quaken, es ist ein regelrechter kleiner Auendschungel entstanden“, sagt Elke Löpke: „Dort wächst alles so, wie es nun einmal wächst.“

Einen kleinen, aber stimmungsvollen Eichenwald gibt es südlich von Haus Bürgel auf Monheimer Stadtgebiet zu bestaunen. Hier wachsen Lianen und Wilder Hopfen, im Mai und Juni brüten Pirole in den Bäumen (sind aber eher zu hören als zu sehen), blüht den Sommer und Herbst über das Drüsige Springkraut.

Für einen Ausflugstag mit mehr Zeit bietet sich auch eine Wanderroute an, die man am Benrather Schloss beginnen kann – also bestens erreichbar mit Bus und Bahn. Der erste Teil des Weges führt dann am Schloss vorbei durch dessen majestätischen Garten. Hat man ihn durchquert, ist man schon am Rhein und gelangt in wenigen Gehminuten in das Gebiet der Kämpe.

Viele Wanderer steuern für den Besuch des Naturschutzgebietes aber auch den Wanderparkplatz „Piels Loch“ am Baumberger Weg an. Aus dem Linksrheinischen ist auch eine Anreise mit der Fähre möglich, denn wer aus Dormagen-Zons nach Urdenbach über den Rhein setzt, kann von dort aus weiter in Naturschutzgebiet.

Fest steht: Wer eine Wanderung in die Urdenbacher Kämpe unternimmt, fühlt sich innerhalb von Minuten in einer anderen Welt. Gerade waren Zivilisation, Häuser und befahrene Straßen noch so nah, plötzlich ist man umgeben von Ursprünglichkeit und Grün, von Vogelgezwitscher und dem Surren von Insekten. An weniger strahlenden Tagen und jenseits des Wochenendes geht das mit Einsamkeit und Ruhe einher, bei gutem Wetter und an Wochenenden sowie in Ferienzeiten begegnen einem indes viele andere Erholungsuchende. „Damit muss man schon rechnen, bei gutem Wetter wird es voll in dem Gebiet – die Urdenbacher Kämpe ist kein Geheimtipp mehr“, sagt Elke Löpke.

Wichtig sei daher gegenseitige Rücksichtnahme – und dass man auf den Wegen bleibe und Hunde angeleint lasse. „Man kann aber auch von den Wegen aus wundervoll Pflanzen und Tiere betrachten, und an vielen Stellen hat man einen herrlich weiten Blick.“ Das nutzen auch viele Naturfotografen, die in großer Zahl anzutreffen sind auf der Suche nach bunten und seltenen Motiven.

Eine Reihe von Erlebnisrouten sind innerhalb der Urdenbacher Kämpe mit Wegmarkierungen gekennzeichnet. Der Weg „Kämpe kompakt“ etwa ist nur 4,5 Kilometer lang, und führt durch Obstwiesen bis zum Fähranleger über eine asphaltierte Straße; zurück geht es über einen unbefestigten Weg am Rhein entlang. „Im Uferbereich können Sie mit etwas Glück Flussregenpfeifer beobachten“, verspricht die Internetseite des Projekts Auenblicke, auf der liebevoll zahlreiche Details zu dem Naturschutzgebiet zusammegestellt sind.

Der Weg „Kämpe inklusiv“, mit zehn Kilometern mehr als doppelt so lang, führt weitgehend über befestigte Wege und ist daher auch gut mit dem Rad oder dem Handbike befahrbar – auf dieser Strecke erlebt man das gesamte Spektrum von Altrhein über Auwald bis zu den Obstwiesen.

Rund um das Naturschutzgebiet gibt es eine Reihe von Ausflugslokalen und Restaurants, an denen man einkehren kann. Auf Schloss Bürgel ist auch das Römermuseum ansässig, dessen Rundgang sich mit etwa einer bis eineinhalb Stunden einplanen lässt. Zu sehen sind hier ein Überblick über die 2000-jährige Geschichte des ehemaligen Römerkastells, Modelle und Zeichnungen zur Wehrtechnik, Münzfunde oder Fotos und Zeichnungen zu der Arbeit der Archäologen.

Mehr aus unserer Serie „Urlaub nebenan“ lesen Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Grüne Hölle in der Urdenbacher Kämpe in Düsseldorf