Auf Verbote der "Osmanen Germania" müssen weitere folgen

Kommentar zum Verbot von „Osmanen Germania“: Verbote sind ein Anfang

Die von Türken dominierte Rockergruppe "Osmanen Germania" ist seit Dienstag bundesweit verboten. Von den bundesweit 300 Mitgliedern sind 156 in NRW aktiv. Die Verbote sind ein guter Anfang - aber damit allein ist es damit nicht getan.

Mit dem Verbot der rockerähnlichen Gruppierung „Osmanen Germania BC“ bleiben die Behörden ihrer Strategie treu: Bei der geringsten juristischen Handhabe die Vereinsstrukturen so gut wie möglich zu zerschlagen. Das hat schon in der Vergangenheit etwa bei dem Hells-Angels-Ableger „Concrete City“ und dessen Unterstützer-Organisation „Clan 81 Germany“ funktioniert. Es zeigt den Banden, dass die Polizei eine klare und konsequente Linie fährt.

Unklar bleibt aber, inwieweit die jeweiligen Mitglieder, aktuell die Osmanen, ihre Aktivitäten verlagern oder neue Gruppierungen gründen. Denn bei der angenommenen hohen kriminellen Energie wird ein Verbot einzelner Vereine die Rocker wohl kaum davon abhalten, ihren Geschäften nachzugehen. Zumal die Szene insgesamt keine kleine ist: Im Jahr 2017 zählte das Landeskriminalamt in NRW insgesamt 2166 Rocker, die sich vor allem auf Bandidos, Gremium MC und Hells Angels verteilen. Gefahrenpotential: hoch. Heißt: Die bisherigen Verbote sind ein guter Anfang. Aber alleine ist es damit nicht getan.