Düsseldorf Atomkugeln sind in Jülich
Düsseldorf · Die Bundesregierung hat jetzt Licht ins Dunkel um die angeblich verschwundenen Brennelemente aus dem Forschungszentrum Jülich gebracht. Demnach sind 288 161 Brennelemente in Castorbehältern verpackt, die auf dem Gelände des Forschungszentrums lagern. 197 Brennelemente befinden sich noch immer im Reaktorbehälter, der mittlerweile einbetoniert ist. 356 Kugeln sind zerbrochen und wurden in Fässer einzementiert. 1926 Brennelemente wurden für Forschungszwecke genutzt. Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Düren, begrüßte die Bilanz. Es sei verwunderlich, dass die Zahlen plötzlich auf den Tisch gelegt würden, nachdem bisher nebulös geantwortet worden sei. "Vieles deutet darauf hin, dass man die Zahlen zum Verbleib von zerbrochenen Kugeln nicht genau benennen wollte, um die Kugelhaufen-Technik im Ausland weiter vermarkten zu können", sagte Krischer.
Am Wochenende hatte die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen für Wirbel gesorgt. Darin war behauptet worden, der Verbleib von 2285 Brennelementen könne nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden. Möglicherweise sei ein Teil des Materials im Bergwerk Asse gelandet. Oliver Wittke, Generalsekretär der NRW-CDU, erklärte, das Vorgehen von NRW-Forschungsministerin Svenja Schulze sei "skandalös". Die SPD-Politikerin habe unwahre Behauptungen in den Raum gestellt und die Bevölkerung verunsichert. Das NRW-Wirtschaftsministerium (Atomaufsicht für Jülich) erkundigte sich offenbar erst nach Bekanntwerden der Vorwürfe nach dem Verbleib der Kugeln. Das geht aus einer E-Mail des Ministeriums an das Forschungszentrum hervor, die unserer Zeitung vorliegt.