Alfred Biolek zurück auf der Bühne

Alfred Biolek zurück auf der Bühne

Er ist der Grandsigneur der Talkshow: Alfred Biolek gibt zu, weiter neugierig auf andere Menschen zu sein. Und genau die will er jetzt auch in Düsseldorf interviewen. Einmal im Monat befragt er seine Gäste zu unterschiedlichen Themen. Schauplatz ist die Komödie an der Steinstraße.

Ein Lieblingsgast? Gar noch ein Lieblingsgericht? Alles Quatsch. Biolek mag sie alle – und er mag auch alles. "Ich bin ein Generalist", umschreibt er seine Lebenseinstellung. Heißt: Egal, wer ihm gegenüber sitzt – der Talkshow-Profi Biolek ist immer neugierig, auf alles gespannt, stetig wissbegierig und stellt seine Fragen. Im günstigsten Fall sind das dann auch genau die Fragen, die dem Publikum auch unter den Nägeln brennen. Vermutlich wird es so sein, wenn der Wahl-Kölner, der seinen Wohnsitz in Berlin wieder aufgegeben hat, einmal im Monat eine Talkrunde in der Komödie gestaltet.

Wie es dazu kommen konnte? Ach, er wollte nach seiner langjährigen und zugleich erfolgreichen Fernsehzeit einfach mal wieder ein paar Menschen befragen. Es scheint diese Neugier zu sein, die ihn treibt. "Warum soll ich zu Hause sitzen bleiben und Bücher lesen?" Fernsehshows kommen für den 77-Jährigen nicht mehr in Frage. "Man soll aufhören, wenn man auf dem Höhepunkt seines Schaffens ist." Er kenne da viele andere Kollegen, die sich anders und damit falsch verhalten – aktuelle Beispiele seien ja durchaus präsent, meinte er, ohne Namen zu nennen. Er wolle auch für seine neue Talkshow, die er in Düsseldorf und zugleich in Bonn startet, keine Fernsehkameras zulassen. Einfach nur mit den Gästen reden – etwa 90 Minuten lang. In der ersten Runde werden das Mitglieder des Ensembles von "Kein Pardon" sein, dem Musical, das zurzeit im Capitol zu sehen ist. Dirk Bach, Enrico de Pieri und Verena Plangger haben bereits zugesagt. Die zweite Runde ist für Ostermontag, 9. April, gebucht – der Montag ist halt spielfrei in der Komödie. Dann wird das neue Stück in diesem Theater, die "Meisterklasse", ein Thema sein. Edda Moser, Susanne Tremper und Ricardo Marinello sind die Talkgäste. Die weiteren Themen im Laufe des Jahres können weit gespannt sein: Kultur werde immer dabei sein, aber auch Sterneköche könnten mal auf der Bühne Platz nehmen. Gekocht wird aber auf keinen Fall. Ein Herd auf der Bühne? Bloß nicht. Auch die Zeiten des Fernsehkochs "Alfredissimo" sind schon länger vorbei. Dabei hat der Jurist durchaus seine Fans unter den Hobbyköchen.

Zu Düsseldorf hatte Biolek nach eigenen Angaben immer schon eine innige Beziehung. "Ich bin ja erst spät nach Köln gezogen und konnte mit dieser Aversion gegen Düsseldorf nie etwas anfangen." Düsseldorf habe ihn immer fasziniert, darum sei die Wahl für den Schauplatz seiner Talkshow auch schnell klar gewesen. Und ein Theater sei ebenfalls eine gute Location. "Ein solches Haus hat doch eine ganz besondere Ausstrahlung."

Gibt es ein Talk-Sofa für ihn und seine Gäste, vielleicht ein rotes? "Ne, Stühle", antwortet er lakonisch. "Aber welche mit Armlehnen. Nichts ist schlimmer, als bei einem Gespräch auf einem Stuhl ohne Armlehnen zu sitzen."

(RP)
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