1. NRW

Ärger bei den Kleingärtnern

Ärger bei den Kleingärtnern

In einer gepflegten Kleingartenanlage ist kein Platz für wildwuchernden "Wald" zwischen sorgsam gehegten Parzellen. Auch nicht beim Kleingartenverein "Am Schwarzen Weg". Die Vereinsleitung der mit 110 000 Quadratmetern mutmaßlich größten Anlage Düsseldorfs zog daher jetzt gegen ein Pächterpaar vors Amtsgericht. Seit Jahren sei deren Parzelle zugewuchert – und damit solle nun Schluss sein. Doch die Pächterin sieht die Schuld beim Vereinsvorstand, genauer: beim früheren Vorstand, der die Befreiung des Gartens von Schutt und Geröll versprochen, aber nie eingelöst habe. Ein Urteil steht noch aus.

Ein Traum geht in Erfüllung

2006 schien sich für die verklagte Pächterin ein langgehegter Traum zu erfüllen: Der Garten ihres früheren Briefträgers stand nach dessen Tod zum Verkauf, die Frau meldete sich – und bekam Zuschlag, Pachtvertrag und angeblich vollmundige Zusicherungen des damaligen Vereinsvorsitzenden.

Denn weil der Briefträger zuletzt lange bettlägerig gewesen war und die Parzelle 9 nicht mehr versorgen konnte, hatten Jugendliche den Garten "gepflegt" – und bergeweise Schutt, Geröll sowie angefangene Umbauten hinterlassen. Die Frau trägt nun vor, der damalige Vereins-Chef habe die Beseitigung der Trümmer versprochen. Nur beweisen kann sie das nicht. "Ich habe damals so viel unterschrieben, es ging alles drunter und drüber", erklärte sie nun, weshalb sie nicht mal einen Pachtvertrag vorzeigen kann. Auch beim klagenden Verein existieren keine verwertbaren Dokumente mehr über damalige Verträge, Zusagen oder mündliche Versprechungen.

Nur Planierraupe hilft noch

Der jetzige Vorsitzende Wolfgang Meßing stellte nur fest: Dem waldähnlich verwahrlosten Zustand der Parzelle 9 "kann man nur noch mit der Planierraupe beikommen". Ein Experte habe den Wert gar auf "minus 3000 Euro" taxiert, soll heißen: Um den Garten herzurichten, müsste man 3000 Euro investieren. Vor dem Hintergrund der unklaren Vertragslage regte der Richter an, die Pächterin solle den Garten aufgeben – und dafür rund 2500 Euro erhalten, was etwa der Hälfte ihrer bisher gezahlten Pacht sowie einer Umlage für Kanalbau-Anschluss entspricht.

Im Gegenzug könne der Verein die Parzelle 9 räumen, sanieren und neuen Interessenten anbieten. Beide Parteien erhielten Bedenkzeit, um das zu prüfen. Wird dieser Vorschlag aber abgelehnt, will der Richter am 11.September entscheiden.

(RP)