4572 Fälle in NRW: Zahl der Sorgerechtsentziehungen steigt in 2018

4572 Fälle in Nordrhein-Westfalen : Zahl der Sorgerechtsentziehungen steigt in 2018

Die Zahl der Sorgerechtsentziehungen ist 2018 in Nordrhein-Westfalen um 5,6 Prozent gestiegen. Bereits 2017 nahm die Zahl der angeordneten Maßnahmen zu.

Insgesamt wurden 4.572 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge durchgeführt, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Damit setze sich der Trend eines moderaten Anstiegs fort, hieß es. 2017 waren es noch 4.328 Fälle. Diese Maßnahmen erfolgten, wenn eine Gefahr für das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen bestehe.

Bei 2.026 Maßnahmen ordneten die Richter laut Angaben den vollständigen und in 2.546 Fällen den teilweisen Entzug der elterlichen Sorge an. Bei einem teilweisen Entzug wird dem Elternteil etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Bei 1.944 dieser Fälle teilweisen Entzugs sei das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen worden.

Einen Anstieg gab es den Angaben der Statistiker zufolge zudem bei den Sorgerechtserklärungen. 2018 bearbeiteten die Jugendämter in NRW 34.818 Sorgerechtserklärungen, 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr (33.506). Die Sorgerechtserklärung ist eine spezielle Willenserklärung nicht verheirateter Eltern, die elterliche Sorge für ein Kind gemeinsam tragen zu wollen. Diese kann den Eltern auf Basis einer gerichtlichen Entscheidung auch ganz oder zum Teil gemeinsam übertragen werden.

(anst/kna)