Köln: 4500 Hooligans liefern sich Schlacht mit Polizei

Köln : 4500 Hooligans liefern sich Schlacht mit Polizei

In Köln ist eine Kundgebung rechter Hooligans eskaliert. Die Stimmung war von Anfang an aggressiv, dann flogen Steine und Flaschen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Mindestens 13 Beamte wurden verletzt.

Flaschen und Steine fliegen durch die Luft, Hooligans werfen Feuerwerkskörper und stimmen "Ausländer raus"-Rufe an. Später werfen die teils vermummten Demonstranten sogar Fahrräder. Mit drei Wasserwerfern versuchen die Beamten, die Menge der gewaltbereiten Hooligans in der Kölner Innenstadt in Schach zu halten. Schlagstöcke und Pfefferspray kommen zum Einsatz. Kurz kehrt Ruhe ein, dann gehen die Demonstranten wieder gezielt auf Polizisten und Medienvertreter los. Gegen 16.50 Uhr kippen sie auf dem Breslauer Platz einen Polizeitransporter um.

Die Kundgebung von rund 4500 Hooligans gestern Nachmittag in Köln ist eskaliert. Es waren deutlich mehr Teilnehmer gekommen, als angenommen. Die Polizei hatte mit 1500 bis 2500 Demonstranten der Hooligan-Szene und 500 Gegendemonstranten gerechnet, unter ihnen war die Kölschband Brings. Die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" hatte Unterstützer aus ganz Deutschland zu der Kundgebung aufgerufen. Eine Seite zu der Aktion im Internet hatten mehr als 40 000 Menschen angeklickt. "Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, der gestern selbst in Köln vor Ort war. "Die verschiedenen Hooligangruppen, die sich sonst zu Schlägereien untereinander treffen, haben die Bedrohung der Demokratie durch fanatische Salafisten als Vorwand genutzt, um durch ihr gemeinsames Auftreten ein Zeichen der eigenen Stärke zu setzten." Sie seien äußerst gewaltbereit und rechtsradikal. Von Beginn an sei die Stimmung aggressiv und aufgeladen gewesen. Mehrere Teilnehmer waren stark alkoholisiert.

"Beim Umzug der Demonstranten kam es auf halber Strecke zu wiederholten Angriffen auf Polizisten", berichtete ein Sprecher der Kölner Polizei am Abend. Dabei wurden 13 Beamte und mindestens eine weitere Person verletzt. Die Polizei habe daraufhin massiv Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Sechs Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen. Auch Wasserwerfer kamen zum Einsatz. "Die Versammlung wurde zu diesem Zeitpunkt abgebrochen", erklärte der Sprecher. Rund 1500 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Der Einsatz von Wasserwerfern sei notwendig gewesen. Die Demonstranten seien dann gegen 16.30 Uhr zum Breslauer Platz an der Rückseite des Hauptbahnhofes zurückgekehrt, wo es erneut zu Übergriffen auf Polizisten gekommen sei. Erneut mussten Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt werden.

Ein Zusammentreffen von rechtsradikalen Demonstranten mit linksradikalen Anhängern der Gegendemo am Vordereingang des Hauptbahnhofs konnte nach Angaben der Polizei verhindert werden. Die Gegendemonstration löste sich am frühen Abend auf.

Unter den gewaltbereiten Fans könnte eine neue Gruppe entstehen, warnte Plickert. Sollten die bislang verfeindeten Hooligan-Gruppen eine gemeinsame, rechte Struktur entwickeln, könne das "höchst gefährlich" werden. "Das in den Griff zu bekommen, wird die Aufgabe der nächsten Wochen sein."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln 2014: Krawalle bei Hooligan-Demo

(RP)