Fehlende Stellflächen: 40 Minuten auf Parkplatzsuche

Fehlende Stellflächen: 40 Minuten auf Parkplatzsuche

In NRW-Großstädten fehlen Stellflächen. Das sei aber ein Problem der Anwohner, sagt die Stadt Bonn.

Simon Walter hat aufgegeben. Kapituliert vor der Parkplatznot in seinem Viertel. "Ich habe keine Lust mehr gehabt, jeden Abend 40 Minuten um den Block zu kurven, nur um mit etwas Glück eine freie Lücke zu finden", sagt der 32-jährige Informatiker, der in Düsseldorf-Flingern wohnt. Deshalb lässt er seinen Wagen unter der Woche stehen - auf dem Parkplatz seiner Firma. "Ich fahre werktags nur noch mit Bus und Bahn", sagt er.

Ein Problem, das viele Autofahrer in Großstädten kennen. Dabei gibt es in den meisten Städten eigentlich genügend Parkraum. Die Flächen sind nur nicht optimal verteilt. In Köln haben Anwohner der Innenstadt deshalb die Möglichkeit, sich in einem Parkhaus einen Stellplatz zu mieten. "Natürlich ist dies mit Kosten verbunden, die oberhalb des Preises eines Bewohnerparkausweises liegen", sagt Stadtsprecher Jürgen Müllenberg. In 40 weiteren Kölner Wohnvierteln hat die Stadt zudem Bewohnerparkgebiete eingerichtet. Dort können Anwohner gegen eine Jahresgebühr von 30 Euro einen Parkausweis bekommen. "Dieser berechtigt zum kostenfreien Parken in den dafür vorgesehenen Bereichen", erklärt Müllenberg. Auf Bewohnerparkzonen setzt man auch in der Stadt Moers. "Aber sicher ist auch die Öffnung des privaten Parkhauses eines großen Einkaufszentrums für Anwohner aus unserer Sicht denkbar", sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. In Krefeld spricht man sich dafür aus, die vorhandenen Parkhäuser und Tiefgaragen sicherer und attraktiver zu gestalten, damit sie genutzt werden.

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In Bonn sind insbesondere die Innenstadt und Viertel mit Altbauten betroffen, die nicht über eigene Stellplätze verfügen. Aber das sei das Problem der Anwohner. Sie seien selbst dafür verantwortlich, einen geeigneten Parkplatz zu finden. "Dass eine Stadt stellvertretend für ihre Bewohner mehr Stellplätze zum Abstellen der privaten Pkw schafft, scheint keine dauerhaft tragfähige Lösung zu sein und entspricht auch nicht den rechtlichen Vorgaben", sagt Stadtsprecher Marc Hoffmann.

Seit Simon Walter nicht mehr nach einer Parklücke suchen muss, sei er zufriedener und ausgeglichener. "Der Stress ist weg", sagt er. Außerdem sei es entspannter, mit der Bahn zur Arbeit zu fahren. "Da kann ich ein Buch oder die Zeitung lesen."

(csh)