30 000 Kinder besuchten Oper

30 000 Kinder besuchten Oper

"Zugabe" brüllen 1200 Kinder am Schluss und trommeln mit den Füßen auf den Boden. Während sich der Vorhang schließt, winken sie den Sängern zum Abschied. Kein Zweifel: Die Kleinen haben den Opernbesuch mit dem "Gestiefelten Kater" genossen. Gestern spielte die Rheinoper das Kinderstück zum letzten Mal in dieser Spielzeit. Es war der Abschluss einer erfolgreichen Saison für die Jugendarbeit des Hauses: Mehr als 30 000 Kinder besuchten die Kinderangebote der Oper in Duisburg und Düsseldorf.

So viele junge Besucher hat die Oper noch nicht lange. Erst Intendant Christoph Meyer hat nach seinem Antritt zur Spielzeit 2009/2010 das Angebot für Kinder und Jugendliche ausgebaut. Nun gibt es die Foyer-Produktionen, derzeit "Die Zauberflöte", wo 150 junge Besucher den Sängern ganz nahe sind und in die Inszenierung einbezogen werden. Acht Produktion für Kinder waren in dieser Spielzeit insgesamt im Programm, unter anderem auch die Inszenierung von "Hänsel und Gretel", die schon seit 30 Jahren läuft. Außerdem gibt es Workshops für Jugendliche und Lehrer, die in die Produktionen für Erwachsene einführen.

Die jungen Zuschauer sind ein dankbares, aber auch gnadenloses Opernpublikum: Wenn auf der Bühne die Spannung fehlt, steigt sofort der Geräuschpegel im Saal. Wie man Kinder mit einer Oper fesseln kann, zeigen Regisseurin Svenja Tiedt und Ausstatterin Tatjana Ivschina im "Gestiefelten Kater".

Das Stück entfaltete gestern noch einmal großen Bühnenzauber für Grundschüler. Theresa Kronthaler als Kater musste nur selten den Finger auf den Mund legen und um Ruhe bitten. Die Kinder hatten genug zu tun, dem Geschehen auf der Bühne zu folgen. In den märchenhaften Bühnenbildern ist immer noch ein Detail zu entdecken, die Personen auf der Bühne sind immer in Bewegung. Großartig etwa vier junge Tänzer, die in Häschenkostümen für brüllende Lacher sorgten.

Der "Gestiefelte Kater" läuft in der nächsten Spielzeit weiter. Das Duo Tiedt und Ivschina darf zudem ein weiteres Mal inszenieren, diesmal die "Nachtigall" von Strawinsky – die ist in Düsseldorf aber erst am 10. Februar zu sehen. Solange der Saal geschlossen bleibt, weil der Orchestergraben erweitert wird, gibt es für Kinder jeden Sonntag um 15 Uhr eine Aufführung im Foyer.

(RP)
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