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Autobahnbaustellen: 180 Baustellen bis 2016 auf NRWs Autobahnen

Autobahnbaustellen : 180 Baustellen bis 2016 auf NRWs Autobahnen

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hat am Donnerstag Baustellen besucht, darunter auch das Kreuz Kaarst. Der Minister kündigte an, die Öffentlichkeit besser über Baustellen informieren zu wollen. In Duisburg wird ab Mai die A 59 gesperrt.

Jürgensplatz 1, der Parkplatz vor dem Verkehrsministerium in Düsseldorf am Donnerstagmorgen um 9.28 Uhr: Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) steigt mit seinen Referenten und Sprechern in einen Bus, der vor dem Gebäude mit gestartetem Motor auf ihn wartet. Im Bus sitzen rund zwei Dutzend Journalisten. Groschek greift zum Mikrofon: "Willkommen auf unserer Reisetour zu den Autobahnbaustellen in Kaarst und Duisburg." Der Minister nimmt in der ersten Sitzreihe Platz, die Fahrt geht los.

Nach wochenlanger Kritik an den Beschilderungen im Kreuz Kaarst will sich der Minister erstmals selbst ein Bild von der Lage vor Ort verschaffen. "Wir müssen weiter die Öffentlichkeitsarbeit verbessern, damit es nicht mehr zu so vielen Irritationen kommt", sagt er während der Fahrt. "Darum werden wir ab jetzt jedes halbe Jahr eine große Pressekonferenz geben, in der wir immer über alle Baustellen ausführlich informieren werden." In den nächsten zwei Jahren wird es auf den NRW-Autobahnen rund 180 solcher Baustellen geben, eine der größten wird derzeit in Duisburg auf der Autobahn 59 an der Berliner Brücke eingerichtet. Die wichtige Nord-Süd-Achse, die Teile des Niederrheins mit Duisburg und Düsseldorf verbindet, wird ab dem 1. Mai bis voraussichtlich September dieses Jahres wegen dringender Reparaturen am maroden Mauerwerk immer nur in eine Fahrtrichtung befahrbar sein.

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Der Bus mit dem Minister trifft um 10.02 Uhr auf einem Parkplatz unterhalb der A 59 in Duisburg-Meiderich ein — der erste Stopp der Rundreise. Es geht in einen Baucontainer. An den Wänden hängen großflächig Skizzen und Pläne des A-59-Abschnitts, der ab Mai gesperrt wird. Während sich Groschek an einen Stehtisch lehnt, klärt Projektleiterin Annegret Schaber, die auch die monatelange Vollsperrung der Autobahn 40 im Sommer 2012 bei Essen managte, über das Bauvorhaben auf. "Zwischen den Kreuzen Duisburg und Duisburg-Nord wird die Autobahn auf einer Strecke von 5,3 Kilometern saniert", sagt sie. Es seien extrem schwierige Arbeiten, die innerhalb kürzester Zeit erledigt werden müssten, betont Schaber. Die Schutzplanken, die Lärmwände, die Entwässerungsleitungen, die Beschilderungen, die Fahrbahnbeläge und die Markierungen müssen erneuert werden. "Wir machen alles, was wir machen können", erläutert sie. Die Maßnahmen seien alternativlos — die Sperrungen auch. Die zu erwartenden Staus müsse man hinnehmen. Der Planungsdezernent der Stadt Duisburg, Carsten Tum, bezeichnet die Verkehrsbehinderungen als gravierend. In der nächsten Woche gebe es deswegen einen Verkehrsgipfel bei der Stadt, an dem auch IHK und Automobilverbände teilnehmen sollen. Sie wollen gemeinsam nach Lösungen suchen. Einen Weg finden, um einen drohenden Verkehrsinfarkt zu verhindern. "Fahrgemeinschaften wären denkbar", meint der Dezernent. Groschek nickt zustimmend. Die Fahrt geht weiter, es ist kurz nach 12 Uhr.

An Bord informiert der Minister über eines seiner derzeit größten Sorgenkinder: Die A40-Brücke über den Rhein bei Duisburg-Neuenkamp. Die Überquerung sei ein "baugleicher Zwilling" der extrem maroden Leverkusener A1-Brücke, die bekanntlich in den nächsten Jahren neu gebaut werden muss. An der Neuenkamp-Brücke sind bei Untersuchungen neue Risse im Beton festgestellt worden. Die Schäden sind so gravierend, dass sie noch vor der Sperrung der A59 behoben werden müssen. Die Standsicherheit der Brücke sei gegenwärtig aber nicht in Gefahr, betont der Minister. Auch Sperrungen werde es keine geben. Das könne sich aber monatlich ändern. "Bei solchen Brücken kann man leider nichts mit Gewissheit sagen."

Um 12.48 Uhr biegt der Bus aus Fahrtrichtung Krefeld kommend ins Kreuz Kaarst ein. Der Minister schaut zufrieden aus dem Fenster. Es gibt keine Staus, der Verkehr fließt, die Arbeiten auf der Großbaustelle ruhen nicht. "Wir haben die Kritik an der Beschilderung beherzigt und verbessert", sagt Projektleiter Josef de Mulder, nachdem der Bus mitten auf der Baustelle zum Stehen gekommen ist und alle ausgestiegen sind. Mulder meint, dass man den Verkehr durch das Kreuz Kaarst nicht besser führen könne als jetzt. Zu Behinderungen käme es nur noch vereinzelt. Die Pendler hätten sich, so sagt er, an die Begebenheiten nach anfänglichen Schwierigkeiten gewöhnt. Ende 2015 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Damit ist auch die Tour beendet. Der Minister wünscht allen eine gute Heimfahrt.

(RP)