1000 demonstrieren für faire Arbeitsbedingungen

1000 demonstrieren für faire Arbeitsbedingungen

Zum Tag der Arbeit sind in der Düsseldorfer Innenstadt rund 1000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaften des DGB hatten unter dem Motto "Gerechte Löhne und soziale Sicherheit – Gute Arbeit für Europa" zu der traditionellen Mai-Kundgebung im Hofgarten aufgerufen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der nahenden Landtagswahl am 13. Mai. So hatten auf der Reitallee nicht nur die einzelnen DGB-Gewerkschaften ihre Stände aufgebaut, sondern auch alle etablierten Parteien.

Hauptredner war Michael Vassiliadis, Chef der IG Bergbau Chemie Energie, der drittgrößten deutschen Gewerkschaft. Ausdrücklich lobte er die Arbeit der Regierung von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Diese habe trotz angespannter Haushaltslage mehrere wichtige Gesetze verabschiedet, etwa das Tariftreuegesetz, die Abschaffung der Studiengebühren oder den Schulfrieden. Scharf attackierte Vassiliadis dagegen die Bundesregierung angesichts von 7,7 Millionen Beschäftigten mit schlecht bezahlter oder unsicherer Arbeit: "Frau Merkel, sorgen Sie für gesetzliche Grundlagen zum Mindestlohn und ersparen Sie uns das Kauderwelsch der CSU über eine Herdprämie." Die Diskussion um das Betreuungsgeld nannte der IG BCE-Chef eine "mittelalterliche Debatte".

Zudem forderte er ein stärkeres Engagement bei der Energiewende. "Es reicht nicht, nur den Ausstieg aus der Kernenergie zu verlangen und anschließend keine Pflöcke einzuschlagen." Der angestoßene "Jahrhundertprozess" drohe zu scheitern. Angesichts der Euro-Krise mahnte Vassiliadis dazu, Krisenländer mit Wachstumsprogrammen zu unterstützen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE