Neusser RV: Deutsche Sprintmeisterschaften im Rudern

Rudern : Vollgas bis zum Anschlag

Bei den Deutschen Sprintmeisterschaften der Ruderer in Münster rast der Neusser RV mit zwei Booten auf Rang eins.

Rudern ist ein Ausdauersport – von wegen! Bei den Deutschen Sprintmeisterschaften auf dem Aasee in Münster gab es für die Athleten des Neusser RV nur eins: 350 Meter Vollgas. „Bei bis zu 50 Schlägen pro Minute ziehst du, bis dir das Laktat aus den Ohren raus kommt“, bringt der beim NRV für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Bernhard Spanke die Sache auf den Punkt.“ Oft steht erst nach Auswertung des Zielfilms fest, wer vorne liegt. Ein Glücksspiel, findet Spanke: „Beim Frauen-Doppelvierer wechselte auf den letzten 100 Metern ständig die Führung. Im Ziel trennten die ersten Drei nur 15 Hundertstelsekunden.“

Zweimal Gold gab es schließlich für Cosima Clotten und Cecilia „Cece“ Sommerfeld: Im Juniorinnen-Doppelvierer ohne Steuerfrau verwiesen sie mit Olivia Clotten und Helena Spanke den RV Waltrop auf Platz zwei – ein süßer Sieg, denn nur eine Woche zuvor hatten Ida Polarczyk & Co. die Neusserinnen bei den NRW-Meisterschaften auf der Wedau bezwungen. Auch im Doppelzweier der Juniorinnen machte es das NRV-Duo spannend. Erst im Endspurt wussten Cosima Clotten und Cece Sommerfeld die Kettwiger RG und den RC Witten zu distanzieren. Im Vorlauf der Frauen-Doppelzweier hatten sich Vera Spanke und Alina Stammen noch souverän durchgesetzt, aber im Finale mussten sie Theresa und Franziska Kampmann vom RV Waltrop ziehen lassen.

Darüber hinaus brachte der Neusser Ruderverein dreimal Bronze ein: Im Junioren-Doppelvierer ohne Steuermann konnten Nico Leffke, Tom Hagmanns, Ben Goslich und Johannes Neubauer ihren Triumph bei den Landesmeisterschaften nicht wiederholen. Von Beginn an lagen sie hinter den führenden Booten des RC Hamm und des Regatta-Verbandes Ems-Jade-Weser und mussten sich schließlich mit Rang drei begnügen. Ähnlich erging es ihren Vereinskolleginnen im Seniorinnen-Doppelvierer: Obwohl nach der Absage von Alexandra Höffgen Steffi Martin kurzfristig zu Vera Spanke, Cosima Clotten und Alina Stammen (bestritten damit das zweite Rennen binnen wenig mehr als einer Stunde) ins Boot gestiegen war, boten die Neusserinnen dem RV Waltrop und dem Ludwigshafener RV die Stirn – am Ende fehlten ihnen nur drei Hundertstelsekunden zur Silbermedaille. Das sechste und letzte Edelmetall für die Schützlinge der Trainer Christian und Peter Stoffels holte in Münster der Juniorinnen-Doppelzweier (15 bis 16 Jahre): Nur eine Stunde nach ihrer Gold-Fahrt im Doppelvierer legten sich Helena Spanke und Olivia Clotten noch mal ins Zeug. Im Dreikampf um den Titel waren Lena Siekerkotte und Lene Mührs (Essener RG) bei ihrem ersten Einsatz einfach frischer als der RV Waltrop (mit Elena Erdtmann und Ida Polarczyk) auf Rang zwei und der NRV auf Platz drei.

Obwohl schon eine gefühlte Ewigkeit dabei, vermochte sich Benno Spanke nicht daran zu erinnern, „dass wir auf einer Deutschen Meisterschaft mal einen Frauenachter gestellt hätten.“ Umso größer war die Freude über Platz vier von Pia Stoffels, Anja Ohligschläger, Stephanie Martin, Louisa Sommerfeld, Vera Spanke, Alina Stammen, Cosima Clotten, Cecilia Sommerfeld und Amelie Düppers (Steuerfrau).

Deutscher Meister: der Juniorinnen-Doppelvierer (ohne Steuerfrau) des Neusser RV mit Cosima Clotten, Helena Spanke, Olivia Clotten und Cecilia Sommerfeld (v.r.) auf dem Wasser und bei der Siegerehrung. Foto: Magnus Stoffels

Mit zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze zum Abschluss des Sportjahres zeigten sich die beiden Coaches sehr zufrieden, richteten den Blick aber sogleich nach vorne: „Nach der Saison ist schließlich vor der Saison.“ Bereits im November stehen für die Topleute des Neusser RV die ersten Langstrecken- und Ergometertests auf dem Programm.

Mehr von RP ONLINE