Zero Waste: Shia Su zeigt uns ihre Wohnung

Homestories : Shia Sus Zero Waste-Wohnung

Plastik-und müllfrei Leben – das klingt für viele von uns utopisch. Bloggerin Shia Su hat es möglich gemacht und zeigt uns ihre vier Wände. Dabei gibt sie viele Tipps und Anregungen, wie auch wir unseren Müllverbrauch reduzieren können.

<p>Plastik-und müllfrei Leben — das klingt für viele von uns utopisch. Bloggerin Shia Su hat es möglich gemacht und zeigt uns ihre vier Wände. Dabei gibt sie viele Tipps und Anregungen, wie auch wir unseren Müllverbrauch reduzieren können.

Jeder Mensch hinterlässt einen Fußabdruck in der Welt. Laut dem Bundesamt für Umwelt wiegt der jedoch eine ganze Menge: 2012 wurden in Deutschland pro Person 611kg Müll pro Jahr produziert, das bedeutet durchschnittlich 1,7kg pro Tag. Eine unvorstellbare Menge. Im Vergleich dazu passt der Müll eines Jahres von Shia Su in ein kleines Einmachglas. Sie sagt: "Eigentlich verrückt, dass wir die schwindenden Ressourcen damit verschwenden, Sachen für die Tonne zu produzieren."

Aus diesem Grund haben Shia und ihr Mann Hanno ihren Konsum drastisch reduziert. Sie kaufen nichts ein, das verpackt ist, und verzichten auf Überfluss. Das klingt erst einmal unglaublich kompliziert, ist es aber gar nicht. "Statt unsere Zeit wie früher mit Einkaufen und Müllentsorgen zu verbringen, nutzen wir sie jetzt für kleine Projekte oder Ausflüge", berichtet Shia. Durch die Konsumdiät und das Aussortieren von Dingen, die lange Zeit unbenutzt in den Regalen standen, sei ihre Wohnung viel aufgeräumter und überschaubarer geworden.

Shia präsentiert den Müll von einem ganzen Jahr. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com

Als ich Shia und Hanno zu Hause besuche, teile ich diesen Eindruck. Die Wohnung von mir und meinem Freund ist vollgestopft mit Bücherregalen, deren Inhalt wir einmal gelesen haben und nun im Regal verstauben lassen, mit Spielen, die wir alle paar Monate zum Spieleabend mit Freunden hervorholen, und mit Deko-Artikeln, die ich natürlich unbedingt haben musste, aber nun im Abstellraum, dem Schandfleck unserer Wohnung, herumstehen und in Vergessenheit geraten. Im Gegensatz dazu ist es bei Shia geordnet und hell.

Auf der großen Tafel ist Platz für Notizen — ganz ohne Zettelwirtschaft und unnötigen Papierverbrauch. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com

Das Wohnzimmer ist das Herzstück ihrer Wohnung. Als erstes fällt das breite, graue Polstersofa ins Auge, das an die hellgraue Wand geschoben wurde und von lilafarbenen Kissen geziert wird. Die Farbe Lila zieht sich generell wie ein Leitfaden durch die ganze Wohnung. In jedem Raum entdecke ich violette Accessoires und Vasen. Neben dem Sofa steht ein Vintage-Beistelltisch, auf dem eine große Pflanze thront. Shias Mann Hanno erzählt mir, dass dieser Tisch ihn schon seit seiner Kindheit begleitet. Damals hat er dort viel gemalt oder Hausaufgaben erledigt. Schön, wenn ein Möbelstück einen persönlichen Bezug hat, finde ich und kann Klein-Hanno beim Spielen richtig vor mir sehen.

Gegessen wird an einem Tisch aus den 70er Jahren, der gesäumt wird von vier verschiedenen Stühlen, allesamt aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Als Anekdote plaudert Shia, dass sie in den vergangenen Jahren verschiedene Einrichtungsstile ausprobiert hat, da kamen manche Dinge zusammen. Mit ihrem Einrichtungsmix ist sie zurzeit sehr glücklich.

Die trockenen Lebensmittel werden in einem separaten Küchenregal verstaut. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com

Ich lasse mir auch die Küche zeigen und bin erstaunt, wie vielseitig die Schränke gefüllt sind. Shia erklärt mir, dass der Zero Waste-Lebensstil nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern lediglich die Einkaufsweise angepasst wird. Daher befinden sich die meisten Lebensmittel auch in Einmachgläsern, mit denen das Paar regelmäßig in Unverpackt-Läden einkaufen geht. Damit können beispielsweise Nudeln und Reis trocken gelagert werden und machen auch optisch einiges her. Außerdem geraten sie nicht in Versuchung, unüberlegt Dinge in den Einkaufskorb zu werfen, wie sie es früher taten. Das spart bares Geld, das sie nun in Bio-Produkte investieren.

Mehr praktische Tipps gibt es in Shias Buch "Zero Waste- Weniger Müll ist das neue Grün". Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com

Nach dem Besuch bei Shia ist mir einiges klar geworden über mich und mein Konsumverhalten. Auch wenn ich nicht weiß, ob mein Freund und ich so konsequent sein können, nehme ich eine gehörige Portion Motivation mit nach Hause.

Aufbewahrung in der Küche. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Der besondere Reiz im Wohnzimmer liegt im Mix der Möbel aus verschiedenen Jahrzehnten. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Auf dem Beistelltisch erhält Shias Buch einen Ehrenplatz. Foto: Tabea Weidinger
Auch im Schlafzimmer ist Shias Lieblingsfarbe Lila präsent. Foto: Tabea Weidinger
Die Orchideen haben es sich auf den beiden Kommoden bequem gemacht. Foto: Tabea Weidinger
In der Küche werden freie Flächen mit großen Bildern bedeckt. Foto: Tabea Weidinger
Zum Spülen gibt es statt einer Plastikbürste die umweltfreundlichere Variante aus Bambus. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Putzmittel stellt Shia selbst her. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Das Equipment für einen verpackungsfreien Einkauf. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Ein typischer Einkauf im Hause Su. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Shia vor dem Küchenschrank. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Ein Beispiel dafür, wie man sein Mittagessen plastikfrei mit auf die Arbeit nehmen kann. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Eine Thermoskanne ist die bessere Alternative zum Kaffee to go im Pappbecher. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Ein Hobby von Shia ist das Backen. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com
Ganz selten: Ein Badezimmer ohne unzählige Cremes, Shampoos, Aftershaves…. Foto: Shia Su, ©wastelandrebel.com

Wenn ihr mehr über Shia Su und den Zero Waste-Lebensstil erfahren wollt, solltet ihr unbedingt auf ihrem Blog wastelandrebel.com vorbeischauen. Anfang des Jahres hat Shia sogar ihr erstes eigenes Buch, "Zero Waste - Weniger Müll ist das neue Grün", beim Freya Verlag herausgebracht. Ich bewundere Shia für ihr Vorausgehen und wünsche mir, dass viele von uns es ihr gleichtun.

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