1. Leben
  2. Wohnen und Leben

Dachmas Homestory: Das bunte "Kellerloft" mit Garten-Oase

Homestories : Dachmas Homestory: Das bunte "Kellerloft" mit Garten-Oase

Kreativ und bunt eingerichtet ist das "Kellerloft" von Zeichnerin Dagmar Gosejacob, Künstlername Dachma. Der kleine Garten ist eine Oase mitten in der Stadt.

<p>Kreativ und bunt eingerichtet ist das "Kellerloft" von Zeichnerin Dagmar Gosejacob, Künstlername Dachma. Der kleine Garten ist eine Oase mitten in der Stadt.

Kreativ und bunt eingerichtet ist das "Kellerloft" von Zeichnerin Dagmar Gosejacob, Künstlername Dachma. Der kleine Garten ist eine Oase mitten in der Stadt.

Wenn man die Treppen zur Wohnungstür von Dachmas Wohnung herabsteigt, wird man von dem Anblick hinter der Tür wirklich überrascht. Statt dunkel und ein wenig muffig, wie man das eher von einer Souterrain-Wohnung annimmt, erwartet uns ein buntes, liebevoll dekoriertes Paradies, das sogar den Blick auf einen Garten freigibt.

Das war nicht immer so. Vor zehn Jahren, als Dachma die 80 Quadratmeter große Ein-Raum-Wohnung, die vorher lange leer stand, das erste Mal betrat, prägte ein "fieser Fliesenspiegel" an der Wand den Raum und der kleine Garten war eine "Brombeerhölle". Dennoch verliebte sich die Zeichnerin sofort in das Appartement und verwandelte es in ihr persönliches "Kellerloft".

Grüne Oase mitten in der Stadt

Aus der "Brombeerhölle" schuf Dachma eine grüne Oase mitten in der Stadt. Hier konnte sie ihrer Kreativität freien Raum lassen. In eine sonnigen Ecke, in der zuvor Schotter lag, mauerte sie sich eine Sitzecke und bemalte sie in fröhlichen Farben. Erfahrungen im Mauern hatte sie nicht. "Ich habe mir einfach Steine gekauft und losgelegt", erzählt Dachma. Der selbst designte Wasserlauf neben der Sitzecke bedarf aber noch Nacharbeiten. "Da habe ich mit Fliesenkleber und PU-Schaum experimentiert, da muss ich aber nochmal ran."

Diese Stelle ist nicht die einzige Sitzmöglichkeit im bepflanzten Hinterhofgarten. Unter dem Schotter fand Dachma alte Backsteine, Überbleibsel aus dem Krieg als das Haus komplett zerstört wurde. Die Steine bilden nun den Boden für eine weitere Sitzgelegenheit, Dachmas Lieblingsplatz. Hier stehen zwei Teakholz-Stühle. "Meine Nachbarn wollten sie zum Sperrmüll geben und ich habe gedacht, sie sind perfekt für meinen Garten und habe sie mitgenommen", erzählt Dachma.

  • Fotos : Dachmas Homestory: Bunte Oase in Pempelfort
  • Beim Hauskauf ist nicht nur der
    Tipps für Immobilien-Käufer : Das sind die Kostenfallen beim Hauskauf
  • Einfamilienhäuser in Köln (Symbolfoto).
    Immobilienpreise : So teuer sind Häuser und Wohnungen in der Region

Inspiration findet die Düsseldorferin in vielen Einrichtungszeitschriften und in ihrer eigenen Ideenwelt. Seit drei Jahren ist Dachma selbstständig und zeichnet unter anderem jede Woche ihren eigenen Webcomic "Pinkmützchen". Dabei erlebt eine blonde Frau mit pinkfarbener Mütze eine Reihe von alltäglichen Skurrilitäten. Ideen dafür zu finden sei nicht schwer, sagt die Zeichnerin. "Bei mir ist es schon zum Ritual geworden. Jeden Sonntagabend setze ich mich hin und denke über die Woche nach. Dabei findet sich immer etwas", erzählt sie. Mittlerweile sind die Folgen der ersten Jahre von dem beliebten Webcomic in einem Sammelband erschienen. Außerdem gibt es jede Woche eine neue Folge auf Facebook und seit Kurzem eine App.

Rosafarbene Accessoires im Badezimmer

Ähnlichkeiten zwischen Comicfigur und Zeichnerin finden sich nicht nur im gleichen Haustier (eine Nacktkatze namens Yoda beziehungsweise Titus), sondern auch in der bevorzugten Farbwahl. Denn Pink ist auch die dominierende Farbe der Accessoires im weiß gefliesten Badezimmer. "Als ich mit Pinkmützchen begonnen habe, habe ich ständig rosafarbene Geschenke bekommen", sagt Dachma.

Highlight im Badezimmer ist eine Tapete im 70er Jahre Stil in Gelb, Rot, Orange und natürlich Rosa, die mit Kunststoff von einer Malermeisterin feuchtigkeitstauglich gemacht wurde und nun den Boden und die Wände ziert. Die Badewanne wird von einem orange- und einem rosafarbenen Schnürvorhang gesäumt. "Praktische Funktion hat der nicht, aber wenn man badet, sich Kerzen anzündet und den Vorhang schließt, ist es in der Ecke wie in einer abgeschlossenen Welt und man kann sehr gut entspannen", erzählt Dachma.

Eine kreative Lösung fand die Zeichnerin auch für den kleinen Kasten des Wasserboilers. Sie hängte einen Holzbilderrahmen auf und dekorierte den Kasten und die Wand mit Zetteln. So kann es passieren, dass Besucher (Journalistinnen) direkt davorstehen und ihn nicht bemerken.

Bodenfliesen an der Küchenwand

In ihren bunten Einrichtungsstil lässt sich Dachma nicht reinreden und setzt auch schon mal ihren Kopf durch. Die Küchenzeile zieren große, dunkle Steinfließen für den Boden. Der Handwerker weigerte sich zunächst, Bodenfliesen an die Wand zu setzen, doch Dachma konnte ihn überzeugen. "Ein praktisches Argument, zum Beispiel, dass sie zu schwer für die Wand sind, hätte ich gelten lassen, aber nicht, dass er aus Prinzip keine Bodenfliesen an anderer Stelle verlegt", sagt sie.

Trotz der vielen Farben und ungewöhnlichen Accessoires ist der Comiczeichnerin die Harmonie wichtig: So sind beispielsweise die Bücher in dem offenen Regal nach Farben geordnet, damit der Raum nicht zu unruhig wirkt. Oder die Küchenfliesen mussten in einer geraden Linie verlegt werden, um eine Harmonie mit den parallel hängenden Schränken zu schaffen.

In jeder Ecke der kreativen Kellerwohnung findet der Besucher originelle Details. Ob es ein kleiner Stierkopf auf der Dunstabzugshaube ist oder ein Bild, auf dem eine Nacktkatze wie ein Koy-Karpfen angemalt ist ("Das ist nicht Titus"). Was Dachma dagegen nicht mag, sind geschmacklos zusammengestellte Möbel oder sterile Wohnungen, in denen man nicht sieht, wer dort wohnt. "Dann wurde die Einrichtung meist eins zu eins aus dem Schaufenster übernommen", sagt sie.

Umgestaltung praktisch und schnell umzusetzen

Bunt und einzigartig ist nicht nur das Zuhause, sondern auch der Lebenslauf der geborenen Lüdenscheiderin. Obwohl sie als Jugendliche schon die Schülerzeitung mit Zeichnungen versorgte, lernte sie zunächst Leichenpräparatorin. Nach der Ausbildung stellte Dachma fest, dass ihr der Geruch und die Arbeit doch nicht so wirklich zusagten und ging als Reiseleiterin und botanische Wanderführerin für sechs Jahre nach Lanzarote. Als sie sich wieder nach schlechtem Wetter sehnte, kam sie zurück und beschloss, nach diversen Jobs als Sekretärin und Vorstandassistentin, sich wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen und machte sich als Zeichnerin selbstständig. Seitdem hat sie neben ihrem Webcomic zahlreiche Bücher illustriert und arbeitet derzeit an einem neuen Comicbuch, das zu der Messe "Comicaction" im Herbst in Essen herauskommen soll.

Nicht alle Dekorationen sind von langer Hand geplant, Dachma streicht schon mal spontan eine Wand um. Generell sollten die Gestaltungsprojekte nicht zu langwierig werden. "Ich bin sehr ungeduldig und mag langes Herumfrickeln nicht. Die Lösung sollte immer praktisch und schnell umzusetzen sein", erzählt die Zeichnerin. So wurde auch ihr "langweiliger, weißer IKEA-Schrank" mit wenigen Details zum Unikat. Die Griffe ersetzte Dachma mit Aquariumholz, ergänzt wird der Schrank durch braune Vorhänge. Wenn ein Projekt zu lange dauert, kann es auch mal schnell zu einer Never-Ending-Story werden. So ziert ihre Staffelei ein bemalter Holzstuhl vom Sperrmüll, der "aber doch noch nicht ganz fertig ist".

Ein ausgestopftes Krokodil an der Decke

Einige Einrichtungskombinationen sind durch Zufall entstanden. Den großen, schweren Esszimmertisch aus massivem Holz, "den jede Umzugsfirma hasst" schmunzelt Dachma, flankieren Kunststoff-Stühle von Schaffrath. "Eigentlich wollte ich auch schwere, große Esszimmerstühle und hab mir die Plastikstühle nur gekauft, um schnell etwas zum Sitzen zu haben." Mittlerweile ist aus der Übergangs- eine Dauerlösung geworden.

Am Eingang zu ihrem funktional eingerichteten Arbeitsplatz hängt ein echtes, ausgestopftes Krokodil an der Decke. Das Erbstück ihrer Oma hatte zunächst keinen Platz und schlummerte in einer Kellerkiste vor sich hin. "Zum Wegwerfen war es zu schade. Und dann habe ich mich erinnert, dass ich als Kind ein Buch hatte, in dem eine Hexe ein ausgestopftes Krokodil an der Decke hängen hatte. Da habe ich gedacht, das mache ich auch", lacht Dachma.

Komplett umdekorieren musste die ehemalige Reiseleiterin in den letzten zehn Jahren zwangsläufig. Wegen Wasserschadens musste sie bereits zweimal mit ihren ganzen Möbeln aus der Wohnung. "Aber danach hat man häufig neue Ideen und macht einige Dinge anders", findet sie. Der Gedanke, das heiß und innig geliebte "Kellerloft" jemals ganz aufzugeben, fällt ihr schwer. Falls Dachma wirklich einmal in eine größere Wohnung ziehen würde, könnte sie sich vorstellen, einfach Zeichenkurse in dem großen Raum zu geben und ihre bunte Oase in Pempelfort auf diese Weise zu erhalten.

Jeden Montag gibt es auf der Pinkmützchen-Seite, auf Facebook und als App eine neue Folge Pinkmützchen. Andere Projekte von Dagmar Gosejacob gibt es auf ihrer Webseite und auf Facebook.

(RPO)