Was bedeutet eigentlich Ramadan?

Brauchtum erklärt : Was bedeutet eigentlich Ramadan?

Die praktische Seite des Ramadan kennt fast jeder: ab Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dürfen Muslime rund um die Welt nichts essen und trinken. Doch welchen Ursprung hat der Fastenmonat, und was soll soll eigentlich durch den Verzicht erreicht werden?

Jedes Jahr im neunten Monat des islamischen Mondjahres findet das muslimische Fest Ramadan statt. Es ist eine der fünf essentiellen Säulen des Islam, und damit eine der wichtigsten Pflichten eines Gläubigen. Die anderen vier sind die Pilgerfahrt nach Mekka, die täglichen Gebetszeiten, das Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und das Almosengeben.

Das Wort Ramadan kommt aus dem arabischen und bedeutet so viel wie "der heiße Monat", damit soll sinnbildlich auf die Hitze hingewiesen werden, die im Magen durch Hunger und Durst entstehen. Durch das Fasten soll deutlich werden, dass die Religion einen höheren Wert hat als das tägliche Leben. Außerdem wird mit der Fastenzeit der Herabsendung des Korans gedacht.

Der Anfang des Fastenmonats hängt vom Zeitpunkt des Erscheinens der Neumondsichel ab. Die großen islamischen Verbände in Deutschland einigen sich dazu jedes Jahr auf einen gemeinsamen Zeitrahmen. Der Fastenzyklus dauert, eben abhängig vom Mond, dann 29 oder 30 Tage, gefolgt von den drei Tagen des Fastenbrechens, die mit einem großes Fest gefeiert werden.

Die Fastenregeln sind einfach: zwischen Sonnenauf- und untergang dürfen Muslime nicht essen, trinken, rauchen oder Geschlechtsverkehr haben. In der nächtlichen Dunkelheit endet der Verzicht dann rituell mit dem Iftar, dem täglichen festlichen Abendessen, zu dem an einigen Tagen auch Familienangehörige und Freunde zusammenkommen.

Oftmals treffen sich Gläubige dann auch, um gemeinsam Gebete zu sprechen oder Suren des Korans zu rezitieren. Ausnahmen von der Fastenpflicht gibt es nur für Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Kranke und Alte.

(ham)
Mehr von RP ONLINE