Restaurant-Kritik Landhaus Mönchenwerth in Meerbusch

Landhaus Mönchenwerth in Meerbusch : Filet vom Skrei mit Blick auf den Rhein

Das Landhaus Mönchenwerth in Meerbusch-Büderich liegt direkt am Strom und hat sogar einen eigenen Anleger.

Gut gelegen? Üppige Wiesen drum herum, der Fluss wenige Meter von der Terrasse entfernt – da ist die Antwort klar auf diese Frage. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: Schräg gegenüber ist der Düsseldorfer Flughafen und die Start- oder Landeroute ist nicht weit vom Restaurant. Da der Flugbetrieb aber abends deutlich nachlässt, stören die Flieger nicht wirklich. Anders als im Meerbuscher Ortsteil Büderich führt die Route auch nicht direkt über das Restaurant. Während des Sommers ist die von riesigen Bäumen überschattete Terrasse deshalb wirklich ein lauschiges Plätzchen. Der Name Mönchenwerth verweist auf die ehemalige Klosteranlage; das Landhaus ließen Mönche des Trappistenordens im Jahr 1694 errichten. Heute besteht es aus dem Restaurant und einem benachbarten Wohnhaus. Rad- und Wanderwege führen vorbei, der Parkplatz ist um die Ecke.

Gut geschmeckt? Landhaus-Chef Guy de Vries ist in Düsseldorf schon seit langem ein bekannter Meister am Herd. Seit einigen Jahren kocht er in Mönchenwerth, und seinen hohen Anspruch an Qualität merkt man an jedem Detail auf dem Teller. Wir entschieden uns für ein Tatar vom Charolais-Rind und Bresaola mit Spargelsalat als Vorspeise – und bereuten diese Wahl keine Sekunde. Das Tatar war aus Fleisch erstklassiger Qualität erstellt und irritierte uns allerdings ein wenig wegen der blassen Farbe. Beim Bresaola hätten die Scheiben dünner sein können, aber auch hier waren Geschmack und Konsistenz nicht zu beanstanden. In der Kombination mit dem fein abgestimmten Salat aus weißem und grünem Spargel bleibt nur ein Urteil: köstlich. Das gilt auch für die Hauptspeise: Das Filet vom Steinbutt mit Spargelrisotto war ein Vergnügen für Auge und Gaumen, und die Kombi Skrei (eine Kabeljau-Art) mit Sepia-Tagliatelle ein Beweis dafür, dass da jemand am Herd Kreativität mit Handwerk zu vereinen weiß. Für unseren Geschmack hätten die schwarzen Nudeln ein wenig mehr al dente sein können, aber da gehen die Meinungen auseinander. Die dazu gereichte Hummersauce gab dem ganzen einen sehr schön passenden maritimen Rahmen.

Den Preis wert? Wer sich im Landhaus Mönchenwerth auf die idyllische Terrasse oder in den gediegenen Gastraum an den schön gedeckten Tisch setzt, der rechnet nicht mit einem Essen der unteren Preiskategorie. Dafür jedoch erwartet er Küche hohen Anspruchs – und die bekommt er auch. Dass dafür entsprechende Preise aufgerufen werden, ist also klar. Die Vorspeisen lagen bei 27 (Tatar) und 24 Euro (Bresaola), die beiden Fischgerichte jeweils bei 35 Euro. Dass man für die beiden Weißweine im Glas (ein Grauburgunder, ein Riesling) jeweils 11,50 Euro berechnete, fanden wir ein wenig happig – allerdings war beide Weine hervorragend.

Überraschend? Dass man uns vor der Bestellung erklärt, ein Gericht sei nicht mehr verfügbar, ist nicht ungewöhnlich. Im Landhaus waren es jedoch gleich mehrere. Wir verbuchen das mal unter der Kategorie „Lieber wenig einkaufen und dafür immer frische Waren haben“. Gestört hat es uns nicht, es blieben genug Alternativen. Aber den Maibock („Leider aus!“) hätten wir gern probiert.

Gut bedient? Auf jeden Fall. Die Herren vom Service waren aufmerksam, unaufdringlich und erklärten gerne – auch Details zur ungewöhnlichen Tischleuchte mit nicht erkennbarer Energiequelle. Wir empfanden die Wartezeit zwischen Vorspeise und Hauptgericht als etwas zu lang. In einem solchen Fall finden wir es allerdings gut, wenn das erklärt oder man gefragt wird, ob man eine Pause wünscht.

Fazit Glückwunsch, Herr de Vries! Ein Gruß an die Küche voller Respekt.

Info Landhaus Mönchenwerth, Niederlöricker Str. 56, 40667 Meerbusch, Tel. 02132 757650; Di-Sa 18 bis 24 Uhr; So 12 bis 15 Uhr und 18 bis 24 Uhr

Mehr von RP ONLINE