Pilgern auf dem Caminho Português: Zu Fuß durch Portugal und Spanien

Pilgern auf dem Caminho Português: Zu Fuß durch Portugal und Spanien

Immer mehr Menschen begeben sich auf den Jakobsweg. Einige Pilger haben dabei zwar noch einen religiösen Hintergrund, viele aber schätzen einfach nur das Wandern. Zu Fuß ist man der Natur und den Menschen nunmal am Nächsten.

Wer das Wandern schätzt, ist auf den Jakobswegen in Europa gut aufgehoben. Besonders beliebt ist der Camino Francés vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela in Galicien. Aber es gibt auch noch andere Wege zum Grab des Heiligen Jakobus. Ein für Wanderlaien besonders gut geeigneter ist der Caminho Português.

Der portugiesische Jakobsweg zieht sich über gut 600 Kilometer von Lissabon nach Santiago de Compostela. Viele Pilger starten allerdings erst auf halbem Wege in Porto. Ab der Stadt am Fluss Duoro ist der Jakobsweg sehr gut markiert. Auch Wanderlaien haben meist keine Probleme, den gelben Pfeilen oder Muscheln zu folgen.

Warum sollte man sich gerade auf den Jakobsweg begeben?

Für Wanderer sind die Jakobswege in Spanien und der Caminho Português deshalb so attraktiv, weil es unzählige preiswerte Herbergen oder kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels gibt. Voraussetzung dafür ist ein Pilgerausweis (Credencial de Peregrino). Er dient nicht nur zur Identifikation als Pilger in Herbergen, in Santiago bekommt man damit auch die begehrte Compostela. Sie ist der Nachweis darüber, dass man zumindest die letzten 100 Kilometer des Jakobswegs zur Fuß zurückgelegt hat.

Wer sich auf Pilgerschaft begibt, sollte gut vorbereitet sein. Vor allem bei der Ausrüstung muss auf einiges geachtet werden. So ist es nicht nur wichtig, an Dinge zu denken, die man unbedingt braucht. Auch das Aussortieren von Gegenständen, mit denen man sich nicht unbedingt belasten muss, ist von großer Bedeutung. Denn der Wanderer trägt sein Hab und Gut ständig durch die Welt.

Das fällt auf dem Caminho Português besonders schwer, denn vor allem im spanischen Galicien muss man mit allem rechnen. Der Nordwesten Spaniens ist für seine schnellen Wetterumschwüge bekannt und so sollte man auch im Sommer etwa einen Regenponcho oder Gamaschen dabei haben.

  • Fotos : Quer zum Jakobsweg durch die Pyrenäen

Beschauliche Städtchen und viel Natur

Der Weg durch Portugal und Galicien ist sehr gut ausgebaut. Er folgt alten Römerstraßen, führt durch kleine Dörfer und beschauliche Städte. Besonders sehenswert ist dabei etwa Porto mit den kleinen steilen Gässchen und den weltbekannten Portweinkellereien, die sich am Fluss aneinanderreihen. Neben Porto gibt es aber noch andere sehenswerte Städte auf dem Weg. Beispielsweise Ponte de Lima, ein Städtchen, das malerisch am Fluss gelegen mit seiner historischen Brücke bezaubert.

Aber auch die beiden Grenzstädte Valença und Tui versprühen ihr ganz eigenes Flair. Auf der portugiesischen Seite des Grenzflusses Rio Minho erhebt sich eine beeindruckende Festung aus dem 17. Jahrhundert. Darunter führt die internationale Eisenbrücke - von keinem geringeren als Gustave Eiffel geplant - über die Grenze nach Spanien.

In Spanien wartet das kleine Städtchen Padron vor allem für religiöse Pilger mit einem Highlight auf. Gemäß einer Legende hat nämlich das Schiff, das den Körper des Apostels Jakobus beförderte, dort angelegt. Die Kirche in der Stadt am Fluss Ria hat sich dadurch zum Wallfahrtsort entwickelt. Und schließlich ist das Ziel aller Jakobuspilger, Santiago de Compostela, mit seiner Kathedrale und der Altstadt nicht umsonst zum beliebten Wallfahrtsort und Touristenziel geworden.

Wer aber wirklich das Gefühl des Ankommens erleben will, sollte unbedingt von Santiago bis ans Ende der Welt, nach Fisterra, laufen. Knappe 100 Kilometer - oder drei bis vier Lauftage - östlich von Santiago de Compostela liegt der kleine Fischerort am Atlantik gilt für viele Pilger als wahres Ende des Jakobsweges. Wenn man das Kap erreicht hat, gibt es schließlich kein Weiterkommen mehr. Das war auch der Grund, warum der Ort früher tatsächlich für das Ende der westlichen Welt gehalten wurde.

Heutzutage setzen sich Pilger abends auf die Felsen am Kap und sehen sich den Sonnenuntergang an. Sobald der helle Lichtball im Atlantik verschwunden ist, hat auch der Camino einen würdigen Abschluss gefunden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Auf dem portugiesischen Jakobsweg - von Porto ans Ende der Welt

(sap)