Düsseldorf Wo die Obstbäume blühen

Düsseldorf · Kirschen, Mandeln, Pfirsiche und Äpfel: In vielen Obstanbauregionen Deutschlands zeigt die Natur jetzt bald wunderschöne Farbenspiele. Die Tourismusverbände laden Ausflügler ein, das Frühlingserwachen beim Wandern, Radeln und Schlemmen zu genießen.

Von Jork im "Alten Land" bis Kappelrodeck in Südbaden klingeln in diesen Tagen die Telefone in den Tourismusbüros zur immer gleichen Frage: "Wie weit ist es denn?" Die Antwort fällt verheißungsvoll aus: "Kann nicht mehr lange dauern". Die Frage gilt einem der schönsten Farbenspiele der Natur: der Obstblüte. Sie lockt zu Ausflügen in die Apfelplantagen im Norden und zu Kirschkulturen am Rande des Schwarzwaldes. Weil es so schön ist, bieten die Tourismusverbände Arrangements zum Frühlingserwachen an. Hier einige Vorschläge für Reisen zum Blütenzauber:

Kirschblüte I Nur wenige Kilometer von der Autobahn 5 (Abfahrt Achern, Nähe Offenburg) entfernt wird der Besucher fast geblendet: Ein schneeweißes Blütenmeer erstreckt sich aus dem Rheintal heraus zu den Höhen des Schwarzwalds. Mehr als 60 000 Obstbäume säumen die Rotweindörfer Kappelrodeck und Waldulm. Über dem Naturschauspiel thront auf einem Bergvorsprung mit herrlicher Aussicht die Ruine von Schloß Rodeck. Aktiv-Urlauber können zwischen 180 Kilometer markierten Panorama-Wanderwegen und 120 Kilometer Radwegen wählen. Kappelrodeck lädt im April zu einer "Blütenpauschale" ein: zwei Übernachtungen mit Wanderprogramm für 78 Euro pro Person im Gasthaus.

Kirschblüte II Noch ein Flüstertipp unter Freunden: der Blütenzauber in der "Rühler Schweiz" im Weserbergland. "Rund um die Kirsche" veranstaltet das Tourismusbüro auf Schloss Bevern geführte Wanderungen zu den Plantagen, zu Imkern, zu Kunsthandwerk sowie zu Streuobstwiesen. In Rühle und Golmbach ermuntern Obsthöfe mit einem Kirschwein-Umtrunk.

Mandelblüte I Ganz in Rosa hat die Mandelblüte die Weinbauregion Pfalz gekleidet. Zu dem Farbspiel darf entlang des Pfälzer Mandelpfades geschlemmt werden. Er erstreckt sich auf 77 Kilometern von Bad Dürkheim bis nach Schweigen an der Grenze zum Elsass. 43 Veranstaltungen bilden das Rahmenprogramm zur Mandelblüte, darunter sind touristische Arrangements in Neustadt-Gimmeldingen (vier Tage ab 149 Euro) oder die Aktion "Rosa Leuchten". Dabei werden bis zum 15. April abends Burgen in einer Lichtsymphonie illuminiert.

Mandelblüte II Mit mediterranem Charme begrüßt die hessische Bergstraße den Frühling an den Westhängen des Odenwaldes. Die Region in der Nachbarschaft von Heidelberg und Speyer rühmt sich ihrer 1600 Sonnenstunden im Jahr. Zwei Wochen früher als in anderen Gegenden Deutschlands schüttelt die Natur den Winterschlaf aus ihren Kleidern. Davon profitieren Mandelbäume, Kirschen, Feigen und Pfirsiche. Tolle Eindrücke vermittelt der "Bergsträßer Blütenweg" bei Wanderungen. (Arrangements ab 99 Euro). Individuelle Routen für "Wandern ohne Gepäck" erarbeitet das Reisebüro Kollerer (Tel. 06251 61458).

Pfirsichblüte Für ihre rassigen Rieslinge ist die Mosel bekannt, noch ein Geheimtipp ist die von Steillagen geprägte Landschaft im Frühjahr zur Blüte des Roten Weinbergpfirsichs. Vom 30. März bis 1. April wird in dem Weinort Ernst das Pfirsichblütenfest gefeiert (Wochenendprogramm "Pfirsichblüte" ab 82 Euro). In Cochem bieten am 15. April auf dem Endertplatz zahlreiche Marktstände Brotaufstriche, Liköre und Pralinen aus dem besonders aromatischen Weinbergpfirsich an (www.cochem.de)

Apfelblüte "Das Frühjahr ist unsere Hochsaison", sagt Sandra Wohrow vom Tourismusverein "Altes Land" in Jork. Nur einen Katzensprung von Hamburg entfernt, präsentiert sich in der Elblandschaft das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Zum Blütenfest am 5. und 6. Mai werden Besucher aus ganz Deutschland anreisen. Für Ungeduldige haben die Nordlichter einen besonderen Service geschaffen: Im Internet informieren sie unter www.bluetenbarometer.de über den Stand der Apfelblüte.

(RP)
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