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Virtuell Reisen aus dem Wohnzimmer

Virtuell verreisen : Die Welt im Wohnzimmer

Wer aktuell von einem Urlaub träumt, hat es schwer. Die Corona-Krise hält beim Reisen die Pause-Taste gedrückt. Keiner weiß genau, wie lange. Allen Fernweh-Geplagten bleibt nichts anderes übrig, als sich die Welt nach Hause zu holen.

Natürlich kann und soll das virtuelle Reisen das reale Reisen nicht ersetzen. Aber wer es ausprobiert, wird feststellen, dass sich manche Sehenswürdigkeiten online sogar intensiver, vor allem aber bequemer erleben lassen als live. Das gilt vor allem für die virtuellen Angebote der Museen. Gemütlich auf dem Sofa sitzend, kann man die Exponate betrachten, ohne von anderen Besuchern angerempelt zu werden. Und oft kann man sich weltberühmte Gemälde durchs Scrollen am Bildschirm so nah heranholen, wie es in der Ausstellungshalle niemals möglich wäre. Videos und Podcasts, die Veranstalter und Fremdenverkehrsbüros online gestellt haben, dienen dagegen eher dazu, sich Inspirationen für die nächste Reisesaison zu holen. Nur zu! Denn diese kommt bestimmt.

Hock di her – mit Bayern Tourismus ins Land der Lederhos’n Bayern gehört – neben der Ostsee – zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. Derzeit gilt es als das Bundesland mit den drastischsten Ausgangsbeschränkungen. Die Marketingstrategen von Bayern Tourismus haben innerhalb kürzester Zeit die neue Microseite „Bayern für Dahoam“ produziert und laden nun ehemalige und künftige Bayern-Besucher dazu ein, einstweilen virtuell ins bayerische Lebensgefühl einzutauchen. „Hock di her“ ist das Motto, unter dem in Videos und Podcasts spannende Geschichten aus dem Reiseland Bayern präsentiert werden – originell und authentisch. Die Inhalte der Seite würden laufend ergänzt, versprechen die Macher. Es lohnt sich also, dranzubleiben.

www.bayern.by/bayern-
fuer-dahoam

Wo die Röcke noch immer fliegen – virtuell zu Gast im Moulin Rouge „Rien ne va plus“ – nichts geht mehr, heißt es derzeit auch im beliebten Varietétheater Moulin Rouge im Pariser Stadtviertel Montmartre. Virtuell kann man dagegen derzeit einiges erleben, dass bei einem Live-Besuch nicht möglich wäre: ein Blick hinter die Kulissen. Nur ein Mausklick ist nötig und schon kann man den Can-Can-Tänzerinnen beim Proben zusehen und darf auch mit in die Garderobe. Wer mag, gönnt sich beim Gucken ein Glas Champagner.

www.youtube.com/watch?v=
yM65tTF0uPY&feature=
youtu.be

Kostenloser Ohrenschmaus – Wiener Staatsoper streamt täglich ein Stück gratis Wenn wir nicht zur Kultur kommen, kommt die Kultur einfach zu uns. Das gilt auch für Wien, die Hauptstadt der Musik. Die Wiener Staatsoper hat sich ein besonderes Angebot ausgedacht, damit Musikfreunde während der Corona-Krise nicht gänzlich auf Oper und Ballett verzichten müssen: Seit Mitte März zeigt sie über ihre Streaming-Plattform täglich Aufzeichnungen früherer Opern- und Ballettvorstellungen – weltweit und kostenlos. Die Streams beginnen um
19 Uhr und sind jeweils für
24 Stunden verfügbar.

www.staatsoperlive.com

Nachts ins Museum – nach Feierabend per Mausklick durch die Albertina Aber auch die Wiener Museen mit ihren beeindruckenden Sammlungen lassen sich virtuell erleben. Das eigens wegen der Corona-Krise erstelltes Online-Portal ermöglicht via Smartphone,
Tablet oder PC Rundgänge durch eine Vielzahl von Museen und Ausstellungen, darunter die Kaiserliche Schatzkammer, die Kapuzinergruft, das Kunsthistorische Museum, das Jüdische Museum und die Albertina, ein Museum, das zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt zählt. Besucher der Website können – unabhängig von Öffnungszeiten – Meisterwerke von Dürer und Rubens von der Couch aus studieren. Die prachtvollen Ausstellungssäle erkundet man mit Hilfe von 360-Grad-Ansichten, die dem Betrachter den Eindruck vermitteln, als stünde er selbst mitten im Raum. Das Schloss Belvedere, das zu den populärsten Museen in Wien zählt, lädt zudem jeden Tag um 15 Uhr auf Facebook zu einer virtuellen Live-Führung durchs Museum ein. Kinder dürften vor allem Freude an einem virtuellen Angebot haben, dass das Haus des Meeres offeriert. Webcams gewähren Live-Einblicke in die Haifischbecken des Museums sowie in den gläsernen Atlantiktunnel, in dem bunte Riffbewohner und Meeresschildkröten ihre Bahnen ziehen.

www.wien.info/de/sightseeing/sehenswuerdigkeiten/wien-virtuell-bewundern

Raffaels Schaffen weltweit
digital erleben
Er war einer der bekanntesten Maler und Architekten Italiens und Namensgeber eines ganzen Kunststils – Raffaello Sanzio da Urbino, kurz Raffael. Anlässlich seines 500. Todestages am 6. April 2020 widmet die Buchungsplattform Musement dem bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance eine eigene, virtuelle Ausstellung. Im digitalen Museum können Besucher ab sofort und ohne Angst vor Ansteckung über 100 seiner Werke betrachten, darunter auch das berühmte Selbstporträt von 1506, das im Original in den Uffizien in Florenz hängt. Besucher haben die Möglichkeit, sich durch zahlreiche Kunstwerke zu klicken oder diese nach Galerie, Museum oder Land zu filtern. Neben dem Titel des Gemäldes erfahren Interessierte zudem, wann es fertiggestellt wurde, wo das Original ausgestellt ist und wie das Bild größentechnisch im Vergleich zu seinen anderen Werken einzuordnen ist.

www.musement.com/de/
raffael-virtuelles-museum

Sonne, Strand und Palmen – multimedial in die Karibik Nach so viel Kultur haben Sie sich nun aber eine Auszeit in der Karibik verdient. Wie wäre es mit der Dominikanischen Republik? Diese Destination bietet sich an, weil sie aktuell drei Videos ins Netz gestellt hat, die allesamt beim Videowettbewerb „The Golden City Gate“ ausgezeichnet wurden. Es ist der größte Film-Print und Multimedia Wettbewerb der Tourismusbranche. Insgesamt wurden im diesjährigen Wettbewerb 127 Filme aus
28 Ländern eingereicht. Der Film „Dominican Republic, Has it all“ landete auf dem ersten Platz. Zusätzlich gab es zwei Silbermedaillen in den Kategorien „Eco Tourism International“ sowie „TV/Cinema Commercials International“. Sie sind per Download verfügbar unter:

we.tl/t-qitHQ5M87V

we.tl/t-RN0qTDUuFp

we.tl/t-yfafPKtk7t