Vihamanafushi: die Insel der Kokosnuss

Malediven: Kurumba first

Die Malediven sind ein Traumziel für Millionen von Urlaubern. 1972 eröffnete das erste Resort: Kurumba Village. Heute ist es eine Fünf-Sterne-Anlage, die für ihre Kokosnüsse bekannt ist.

Der Nachteil von : Die Insel liegt nur etwa zehn Minuten mit dem Schnellboot von Malé, der Hauptstadt der Malediven, entfernt. Vorteil: Die Insel liegt nur etwa zehn Minuten von Malé, der Hauptstadt der Malediven, entfernt. Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört, ist keiner. Denn die größte Schwäche ist zugleich ihr größter Trumpf: die Nähe zum Flughafen. Es soll ja Urlauber geben, die nach einer längeren Anreise irgendwann auch mal ankommen möchten; die keine Lust haben, schon wieder ins Wasserflugzeug zu steigen oder stundenlang mit dem Boot bis in die entlegensten Winkel des Archipels geschippert zu werden, um am Strand zu liegen und ihre Füße in den warmen Sand zu stecken. Diese Menschen bevorzugen eine Abkürzung ins Paradies.

Die Insel der Kokosnuss

Vihamanafushi ist schon vom Flieger aus gut zu erkennen. Es ist die sehr grüne Insel gleich neben Malé. Im Hafen wartet schon die Motoryacht, die die Gäste zum Kurumba-Resort bringt. Man könnte neben dem Kapitän stehen und die Fahrt unter freiem Himmel genießen, wenn die See nicht so rau und ungemütlich wäre. Außerdem regnet es. Also klettert man unter Deck und wischt sich mit einem Erfrischungstuch den Stress vom Hafen aus dem Gesicht. Kurumba ist Dhivevi und bedeutet so viel wie Kokosnuss. Vihamanafushi ist voll mit Kokospalmen, mehr als 1000 Bäume wurden auf der kleinen Insel gezählt. Schon bei der Ankunft steigt einem der Kokos-Duft in die Nase. Die Frucht ist omnipräsent: Es gibt sie als Getränk, Eiscreme und Massageöl. Ihre Schalen werden angezündet, um darüber Fische zu räuchern. Ihre Blätter halten Rouladen zusammen oder schmücken das Bett, wenn die unsichtbaren Zimmermädchen die Worte „Have a nice day“ damit legen.

Am Ende der Welt

Der Tourismus erhielt in den 1970er Jahren Einzug. Es ist bis heute ein kleines Paradies geblieben. Foto: Kurumba Maldives

Was sich partout nicht einstellen mag, ist das Robinson-Crusoe-Feeling. Man fühlt sich nicht wie am Ende der Welt. Wie auch? Es gibt auf den Malediven ungefähr 100 touristisch erschlossene Inseln, verteilt auf 26 Atolle. Die meisten liegen irgendwo im Nirgendwo – einsam, abgeschieden. Nichts versperrt den Blick auf Himmel und Meer. Man ist Entdecker, ohne die Strapazen des Entdeckens auf sich nehmen zu müssen (außer vielleicht die lange Anreise).

Im Osten von Vihamanafushi blickt man direkt auf die Skyline Malés mit dem neu gebauten Indira Gandhi Memorial Hospital – ein schwarzer Wolkenkratzer, der so auch in Manhattan stehen könnte. Auf einer Fläche von zwei Quadratkilometern leben mehr als 150.000 Menschen. Es ist einer der am dichtesten besiedelten Flecken der Erde. Zum Vergleich: Auf der Hallig Gröde in Nordfriesland, der kleinsten Gemeinde Deutschlands, leben auf etwas mehr Fläche gerade mal neun Einwohner. Abends, wenn die Sonne untergeht, erwacht das Lichtermeer der Hauptstadt zum Leben.

Einst ein Geheimtipp

Anfang der 1970er-Jahre war die Welt der Malediven eine andere und Malé ein weißer Fleck auf der Landkarte. Zwar war die Hauptinsel auch zu der Zeit schon dicht besiedelt, aber es gab nur wenige Straßen und die waren aus Sand gebaut, gesäumt von Häusern aus Korallenkalk. Giorgio Corbin muss sich gefühlt haben, als wäre er im Paradies angekommen. Als der italienische Reiseveranstalter das erste Mal in Malé an Land ging, war er eigentlich auf der Suche nach neuen Tauchrevieren und Angelplätzen, die er seinen Kunden näher bringen wollte. Was er tatsächlich fand, war der Traum vieler: weiße Strände, türkisfarbene Lagunen, eine artenreiche, bunt-schillernde Unterwasserwelt. Natürlich konnte er den Geheimtipp nicht für sich behalten.

Mit einem von der Luftwaffe Sri Lankas gecharterten Flieger kam er mit ein paar italienischen Journalisten und Fotografen wieder. Weil es auf Malé nur ein Hotel gab, brachte er die Gäste bei seinen neuen Freunden unter. Die Reise war ein voller Erfolg. Beeindruckt von der Natur kehrte die Gruppe zurück und berichtete ihren Landsleuten von paradiesischen Flecken im Indischen Ozean. Die ersten Buchungen ließen nicht lange auf sich warten. Eine touristische Infrastruktur gab es nicht. Also fingen Corbin und ein paar seiner Freunde an, auf der benachbarten, unbewohnten Insel Vihamanafushi ein paar Hütten zu errichten. Es war die Geburtsstunde des Malediven-Urlaubs. Die notdürftig zusammengeschusterten Unterkünfte besaßen weder Türen noch Ventilatoren. Abends wurde gemeinsam am Strand gegrillt. Im Oktober 1972 trafen die ersten Pauschalurlauber ein, und Kurumba Village erwachte zum Leben.

Aus dem puristischen Feriendorf ist heute ein Fünf-Sterne-Resort mit 180 Villen und rund 500 Beschäftigten geworden. Geleitet wird es von der einheimischen Gruppe Universal Resorts, zu der auch die Resorts Baros, Dhigali, Kandolhu, Kuramathi, Maafushivaru, Milaidhoo Island und Velassaru gehören. Es gibt auf Kurumba acht Restaurants, vier Bars, das Veli-Spa, ein Gym, einen Tennisplatz, Delfine und den Majaa Kids-Club, in dem Kinder von vier bis 13 Jahren an sieben Tagen in der Woche bespaßt werden. Nicht zu vergessen eine eigene Orchideenzucht mit 350 Pflanzen.

Die Redaktion wurde von Kurumba Maldives zu der Reise eingeladen.

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