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Urlaub Schweiz: Diese aufregenden Übernachtungsmöglichkeiten gibt es

Schweiz : Zimmerkategorie: Natur plus

Bergpanorama statt Tapete, Himmelszelt statt Dach. In der Schweiz gibt es aufregende Übernachtungsmöglichkeiten: Natur pur an besonderen Orten.

Der Finger schnellt wieder zum Himmel: Dort – eine ganz Helle. Und schon ist der Lichtschweif wieder weg. Erneut ist die Chance verpasst, einen ganz großen Wunsch abzusetzen. So schnell wie der Finger den Sternschnuppen an diesem Abend hinterherjagt, kommt nur leider die Wunschproduktion nicht mit. Also Konzentration: Wunsch überlegen und bei der nächsten kleinen Schnuppe direkt ab damit in den Sternenhimmel!

Es sind die perfekten Bedingungen hier oben in 2800 Metern Höhe am Eggishorn mitten in der Aletscharena der Schweizer Alpen. Keine Straßenlaternen, keine Taschenlampen, keine Autoscheinwerfer, keine erleuchteten Fenster – einfach nur tiefste Dunkelheit. Kein Wunder, hier oben im „Cube Aletsch“ ist man ganz alleine. So viel Einsamkeit und Stille ist selten. Wenn man es recht bedenkt: So viel Stille und Abgeschiedenheit war noch nie.

Die Schweiz macht dieses besondere Erlebnis mit der Aktion „Million Stars Hotel“ seit 2020 möglich. Das Konzept ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll: An mehr als 50 Orten stehen die Betten an besonderen Orten – mal unter freiem Himmel, mal in einer besonderen Unterkunft. Als Tapete dient die Landschaft, statt eines Dachs über dem Kopf gibt es den Sternenhimmel. Ob komfortabel oder abenteuerlich, im Bubble oder im Schlafsack, auf einem Gipfel, dem Wasser oder im Grünen. Wenn die Portale freigeschaltet werden, heißt es „schnell sein“ und die begehrte Nacht unterm Schweizer Himmelszelt reservieren. Man kann auf einer Kuhweide im Appenzeller Land in einem herrlich spießigen Doppelbett samt Nachtkommode und Stehlampe nächtigen, oder in einer ausrangierten Gondel mit waghalsigem Blick in eine Schlucht direkt am Abgrund; in einem Hängezelt in einem Lärchenhain, ein Bett im Kräutergarten oder ein überdimensio­nierter Bienenkorb mit Blick auf die Eiger Nordwand. Oder eben hier im „Cube Aletsch“ in einem kleinen Wohncontainer mit Badezimmer, Veranda und Hot Tub. Mit der letzten Seilbahn geht es am späten Nachmittag hoch zum Eggishorn – und wenn der Seilbahnführer die Touristen am Aussichtspunkt zusammentrommelt, um sie mit der letzten Bahn ins Tal zu bringen, dann wird es plötzlich ganz still hier oben. Keine Mitreisenden, kein Kellner, keine Hotellobby, kein Restaurant. Nur eine einsame Hütte, die sich an einen Berg schmiegt.

Und dann schaut man von der kleinen Veranda aus auf ein atemberaubendes Bergpanorama, das vom Abendrot langsam in eine Lounge-Beleuchtung gedimmt wird. Innerhalb von wenigen Minuten verwandelt sich die kleine Hütte dann in ein Planetarium. Also Platz nehmen auf der Veranda, Lehne der Liegestühle zurückklappen und genießen: Denn hier spielen heute Abend die Perseiden nur für uns, ganz exklusiv. Nur der Große Bär schaut zu – und Eiger, Mönch und Jungfrau in der Ferne. Nach zwei Stunden Sternenshow kommt noch ein weiterer Beobachter dazu: der Mond. Er leuchtet das Abendprogramm aus und setzt Spots auf die Drei- und Viertausender um uns herum: Breithorn, Nesthorn, Aletschhorn – und zu ihren Füßen der Große Aletschgletscher. Und dann endlich hat dieser eine Meteorit seinen Auftritt – und bekommt beim Verglühen in die Erdatmosphäre noch einen Wunsch mit auf den Weg. Da unten, vom kleinen Eggishorn aus, in mickrigen 2800 Metern Höhe.

Cube Aletsch: Ende Juni bis Ende Oktober zu buchen (Preis voraussichtlich 375 CHF). Der Buchungsstart ist noch nicht festgelegt, wird aber über den Newsletter der Aletsch Arena kommuniziert.
Alle Unterkünfte der Aktion „Million Stars Hotel“ unter:
www.myswitzerland.com/de-de/unterkuenfte/hotels
/million-stars-hotel